Ausschuss diskutiert am Mittwoch über Zukunft der Wierener Freizeiteinrichtung

Zeltlagerplatz in Wieren droht Schließung

Einen vernachlässigten Eindruck macht der Jugendzeltlagerplatz in Wieren. Im Raum steht die Schließung der Freizeiteinrichtung. Darum geht es morgen im Jugendhilfeausschuss des Landkreises.
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Einen vernachlässigten Eindruck macht der Jugendzeltlagerplatz in Wieren. Im Raum steht die Schließung der Freizeiteinrichtung. Darum geht es morgen im Jugendhilfeausschuss des Landkreises.

Wieren – Herbstlaub und Eicheln sind überall auf dem Jugendzeltlagerplatz in Wieren verstreut. Im Hauptgebäude sind die Rollläden heruntergelassen. Die Dächer der acht Holzhütten sind voller Moos.

Aus der Lagerfeuerstelle ragen verkohlte Holzreste hervor, dazwischen liegen Glasscherben und Müll. Das Gelände macht einen ziemlich vernachlässigten Eindruck.

Wie berichtet, blieb der Zeltlagerplatz in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und der fehlenden Betriebssicherheit der elektrischen Anlagen im Hauptgebäude geschlossen. Doch wie geht es dort weiter? Im Raum steht die Schließung der Freizeitanlage, die der Gemeinde Wrestedt gehört und vom Landkreis betrieben wird. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses soll am Mittwoch ab 16.30 Uhr in der Uelzener Stadthalle darüber diskutiert werden. Dann geht es auch um die Frage, ob die Jugendbildungsstätte in Oldenstadt und das Jugendheim in Bruchtorf bestehen bleiben sollen.

Reger Austausch mit dem Sportverein

Zahlreiche Bürger aus Wieren sprechen sich für den Erhalt der drei Einrichtungen aus. Dazu haben der Verein „Wieren 2030“, der TuS Wieren, die Aktion Sommerbad (ASW) und der Arbeitskreis Handwerk, Handel und Gewerbe (HHG) jetzt einen gemeinsamen Brief an Landrat Heiko Blume und die Kreistagsmitglieder geschrieben.

Für den TuS Wieren weist Vorsitzender Matthias Ramünke darauf hin, dass es einen regen Austausch mit den Besuchern des Jugendzeltlagers gebe. So können die jungen Leute die Sportanlagen des TuS nutzen und an dessen Angeboten teilnehmen. Zudem werden die Hütten des Zeltlagers beim jährlichen Trainingslager der Jugendteams des TuS bezogen.

Auch die ASW, privater Betreiber des Wierener Bades, macht sich für die Weiterführung des in unmittelbarer Nähe gelegenen Zeltlagerplatzes stark. Dessen Nutzer haben freien Eintritt im Sommerbad und tragen dort zur Belebung bei, sagt ASW-Vorsitzender Torsten Sawalski.

Für den Erhalt des Zeltlagerplatzes setzt sich auch „Wieren 2030“ ein. Die Schließung wäre ein herber Rückschlag für die Förderung des Tourismus in Wieren und den umliegenden Dörfern, befürchtet Vorsitzender Jochen Steinhagen.

Jugendliche kaufen Lebensmittel im Ort ein

Der Arbeitskreis HHG würde einen Fortbestand des Zeltlagerplatzes ebenfalls begrüßen. Laut dem Vorsitzenden Klaus Horstmann kaufen die Jugendlichen oft Lebensmittel bei den Einzelhändlern in Wieren und Umgebung ein.

Das Fazit der vier Vereine – auch mit Blick auf Oldenstadt und Bruchtorf: „Mit einer möglichen Schließung eines Teils der überregional genutzten Jugendferieneinrichtungen würde für die betroffenen Standorte eine sinnvolle Freizeitgestaltung für unsere nachwachsende Jugend verloren gehen. Das kann nicht im Sinne sozialer Gemeinsamkeit und gemeinsamen Erlebens unserer Kinder und Jugendlichen sein.“

Ob die drei Freizeiteinrichtungen erhalten bleiben, muss jetzt die Kreispolitik entscheiden. Die Verwaltung weist jedoch darauf hin, dass die Weiterführung „bei rein wirtschaftlicher Betrachtung aufgrund der hohen Investitions- und Betriebsfolgekosten schwierig zu vertreten ist, zumal keine der Einrichtungen angemessen ausgelastet ist“. So gebe es allein für den Zeltlagerplatz in Wieren einen Instandsetzungsbedarf von fast 275 000 Euro. Die Auslastung dieser Anlage liege aber nur bei knapp 22 Prozent.

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