Es erinnert an Landwirtschaft um 1950

Zehntes Trecker- und Erntefest auf dem Hof Zilz: Ein Rattern und Knattern wie zu Opas Zeiten

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Andreas Staub lenkt einen alten Claas Columbus Mäher. Als Klimaanlage fungiert lediglich ein Strohhut.

Emern – Gewaltig zurückgedreht wurde das Rad der Geschichte. Zurückgedreht in eine Zeit, in der die Ernte noch viel mit Menschenhand eingebracht wurde und nur vereinzelt erste Maschinen die Arbeit etwas erleichterten.

In Emern ließ man die Landwirtschaft um 1950 in all ihren Facetten wieder aufleben, so lud Familie Zilz nun zum zehnten Mal zum beliebten Trecker- und Erntefest auf ihrem Oldtimerhof ein.

Überall ratterte und knatterte es, tuckerten die Traktoren vor sich hin oder zeigten sich als Kraftprotze im Einsatz. Aber auch so ein Kraftprotz braucht viel Liebe und Pflege. „Die Ölkanne muss bei einem Lanz Bulldog immer dabei sein“, weiß Matthias Zilz. „Und außerdem sollte man den Öl- und Dieselstand stets im Kopf haben.“

Wie sein Vater Erwin Zilz als Initiator dieses einzigartigen Festes ist auch Matthias Zilz von den alten Maschinen begeistert und war sehr angetan von der außerordentlich guten Besucherresonanz am gestrigen Sonntag. „Es macht uns allen Spaß, unsere Gäste in eine Welt zurückzuführen, die viele von ihnen noch selbst erlebten.“

Ein Lanz Bulldog treibt den Dreschkasten an, wo das gemähte Getreide gedroschen wurde.

Die rund 60 Helfer aus Emern und Umgebung zeigten, was die ins Alter gekommenen Maschinen und Geräte noch so drauf hatten. Andreas Staub ist auf fast allen Maschinen, die einen Motor haben, zu Hause. Gekonnt lenkte er einen alten Claas Columbus Mäher mit einer Schnittbreite von zwei Metern durch das Getreidefeld. Einzig ein Strohhut diente ihm als „Klimaanlage“, ansonsten war es einfach nur warm auf dem Fahrersitz.

Wenig später rodete er mit einem kleinen Hanomag Kartoffeln und sackte sie noch ein. Beim Nachlesen der liegen gebliebenen Erdäpfel helfen dann schon mal die kleineren Besucher.

Gemähtes Getreide wurde sogleich auf einem Dreschkasten der Standardwerke Bevensen gedroschen. Angetrieben wurde der Drescher mit einem Lanz Bulldog. Allein beim Dreschvorgang waren drei Menschen im Einsatz, was belegen mag, welch eine „Manpower“ damals in der Landwirtschaft benötigt wurde.

Fein ausgetüftelt trieb ein eher smarter Eicher Diesel gleich acht verschiedene Geräte an, darunter Säge, Schrotmühle, Standbohrer oder eine Kartoffelsortiermaschine. Eine Schlammpumpe beförderte Goldlametta in ein Wasserbecken. Hier machten sich die Kids mit Keschern auf „Goldsuche“.

Treckerrundfahrten, Kinderschminken, Fachgespräche, Klönschnack und Verpflegung in jeglicher Form und zu moderaten Preisen machten alles zu einem Fest für die ganze Familie.

VON ULRICH BLEUEL

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