Größeres Angebot nur alle 14 Tage

Zahl der Händler auf dem „Treffpunkt Wieren“ ist deutlich gesunken

Gestern stand auf dem „Treffpunkt Wieren“ nur der Verkaufswagen von Landschlachter Oliver Brink. Nur an jedem zweiten Donnerstag ist auf dem Markt mehr los – dann kommen fünf Händler. FotoS: SCHOSSADOWSKI
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Gestern stand auf dem „Treffpunkt Wieren“ nur der Verkaufswagen von Landschlachter Oliver Brink. Nur an jedem zweiten Donnerstag ist auf dem Markt mehr los – dann kommen fünf Händler.

Wieren – Die Infotafel neben dem Marktplatz „An der Bahn“ spricht eine deutliche Sprache. „Treffpunkt Wieren“ steht darauf. Darunter waren ursprünglich die teilnehmenden Händler aufgelistet.

Mit Klebeband wurden die Namen der ehemaligen Anbieter auf dem „Treffpunkt“ unkenntlich gemacht.

Doch die allermeisten Namen wurden inzwischen mit beigem Klebeband unkenntlich gemacht. Der Grund: Diese Marktbeschicker sind nicht mehr auf dem „Treffpunkt“ vertreten. Und so war gestern nur der Verkaufswagen der Langenbrügger Landschlachterei Brink vor Ort, am vorigen Donnerstag neben Brink lediglich Christa Körtke aus Klein Pretzier mit Dosenwurst, Kartoffeln und Marmelade.

Es ist unübersehbar: Etwa fünf Jahre nach dem Start ist die Zahl der Händler auf dem Wierener Markt – er findet dienstag- und donnerstagvormittags statt – deutlich gesunken. Nur jeden zweiten Donnerstag gibt es ein größeres Angebot. Dann kommen fünf Marktbeschicker: neben Brink und Körtke ein Fischhändler, ein Obst- und Gemüsehändler und ein Anbieter von mediterraner Feinkost. In der Anfangszeit wurden jedoch an jedem Markttag bis zu acht Händler auf dem „Treffpunkt“ gezählt.

Schon lange nicht mehr nach Wieren kommt Gudrun Burkhard vom Fachgeschäft „Gudruns Gewürze“ aus Holxen. Woran liegt das? „Um es auf einen Nenner zu bringen: kein Umsatz“, erklärt die Anbieterin von Gemüse, Honig, Blumen und Pflanzen. Auch der Elbers Hof aus Nettelkamp, der unter anderem Obst, Gemüse und Käse verkauft, war nur in der Anfangsphase des Marktes dabei. Das Veterinäramt habe zu hohe Investitionen gefordert, der Umsatz habe in keinem Verhältnis dazu gestanden, erzählt Anke Hennings vom Elbers Hof.

Dagegen will Händlerin Christa Körtke, die jeden Donnerstag in Wieren ist, dem „Treffpunkt“ treu bleiben. Sie hat eine Vermutung, warum der Markt nicht mehr so wie früher floriert. „Viele Kunden aus Wieren fahren zur Arbeit nach Uelzen und kaufen gleich dort in den Supermärkten ein“, glaubt sie. „Man hat als Händler viel Arbeit, steht oft in der Kälte. Wenn dann so wenige Kunden kommen, ist das schade.“

Dienstags steht der Verkaufswagen von Oliver Brink ganz allein auf dem Wierener Markt. „Unser Wagen erfreut sich großer Beliebtheit, wir haben viele Stammkunden“, berichtet der Langenbrügger. Deshalb werde er weiterhin jeden Dienstag und Donnerstag vor Ort sein.

Eine positive Bilanz zieht unterdessen Markt-Organisator Karl-Heinz-Fabian von der Aktion „Wieren 2030“. „Es läuft recht gut, wir sind sehr zufrieden“, sagt er im AZ-Gespräch. Der Termin an jedem zweiten Donnerstag habe sich bei den Kunden als Markttag eingespielt. „Und es kommen immer mal wieder neue Anbieter hinzu, zum Beispiel im Frühjahr ein Pflanzenhändler“, schildert Fabian. Daher ist ihm um die Zukunft des Marktes nicht bange. „Es war am Anfang nicht abzusehen, dass der ,Treffpunkt‘ über fünf Jahre laufen wird. Das hinzukriegen, war nicht so einfach – vor allem in einem kleinen Ort wie Wieren, in dem nicht so der große Rubel rollt.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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