Betreiber für Schülerbetreuung gefunden / Anmeldung jetzt möglich

Wrestedter Hort in greifbarer Nähe

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In der Grundschule Wrestedt sollen nach den Sommerferien jeweils 20 Hort- und Mittagsbetreuungsplätze zur Verfügung stehen. Ein Betreiber ist gefunden, der Beauftragung muss der Samtgemeinde-Ausschuss noch zustimmen.

Wrestedt – „Man steht jetzt schon wieder da und weiß nichts!“ Diese eindringlichen Worte eröffnen die Bürgerfragestunde zum Ende der Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde Aue, die am Mittwoch im Wrestedter Rathaus stattfand.

Sie stammen von Jennifer Bokelmann, Mutter einer Tochter, die im kommenden Schuljahr eingeschult wird.

Hintergrund ist die unklare Situation der Hort- und Mittagsbetreuung für Wrestedter Grundschüler nach den Sommerferien – Betreiber und Räumlichkeiten betreffend. Im neu errichteten Wrestedter Kindergarten kann zum Beispiel keine Betreuung für Grundschüler stattfinden, denn nach den Sommerferien ziehen dort die neuen Krippengruppen – übergangsweise bis zum Bau eines neuen Krippengebäudes – mit ein (AZ berichtete).

Samtgemeindebürgermeister Michael Müller erklärt die Schwierigkeiten, einen Betreiber zu finden: „Seit März versuchen wir Angebote für den Betrieb von 20 Hort- und 20 Mittagsbetreuungsplätzen zu bekommen. Erst seit Montag liegt uns ein Angebot vor.“ Alle anderen angefragten Betreiber hätten, ohne ein Angebot zu machen, abgesagt, berichtet der Verwaltungschef weiter und: „Bis Montag hatte ich noch die Absicht zu verkünden, dass es keine Betreuung geben wird.“ Die Hortbetreuung soll nun aber vier Stunden umfassen und in den Räumlichkeiten der Grundschule stattfinden. Da müsse aber auch erst noch investiert werden. Auf die Frage, was passiere, wenn der Bedarf höher sei, entgegnet der Samtgemeindebürgermeister: „Dann trifft die Verwaltung die Auswahl.“

Den anwesenden Eltern reichen diese Aussagen offensichtlich nicht. Der Ausschuss beschließt während der Sitzung zwar einstimmig, eine Empfehlung zur Auftagserteilung an den Samtgemeinde-Ausschuss zu geben, doch dieser muss ihr auch folgen und es beschließen. Das geschieht frühestens nächste Woche Donnerstag. „Viele der Eltern sind nächste Woche schon im Urlaub und wissen nicht, woran sie nach den Ferien sind“, weiß Jennifer Bokelmann. Eine andere Mutter erklärt: „Ich bin alleinerziehend und habe ein Haus, ich muss in Vollzeit arbeiten.“ Michael Müller sagt, er könne den Unmut verstehen, doch „es ist eine freiwillige Dienstleistung, es gibt keine gesetzliche Verpflichtung.“ „Es ist doch aber wichtig für die Attraktivität Wrestedts als Wohnort“, gibt Andreas Forke, Mitglied des Elternrats der Grundschule, zu bedenken. Außerdem wisse er von Eltern, die ihre Kinder schon auf der Ganztagsschule in Holdenstedt angemeldet hätten „Es muss doch möglich sein, dass die Eltern, auch wenn noch nichts beschlossen ist, eine Art Absichtserklärung abgeben können“, regt Forke weiter an.

Dem wird zugestimmt und so ist es ab sofort möglich, dass Eltern ihren Bedarf formlos an info@sg-aue.de richten. Fest steht aber immer noch nichts.

VON ANDREAS URHAHN

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