Samtgemeinde Aue legt erstmals Zahlen für mögliches Projekt in Wrestedt vor

Wrestedt: Krippen-Neubau kostet 1,5 Millionen

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Das alte Kindergartengebäude am Mittelweg in Wrestedt steht seit 2018 wegen Schimmelbefalls leer. Dort könnte nach dem Abriss ein Krippen-Neubau errichtet werden. Darüber muss die Politik noch entscheiden. 

Wrestedt – Erst vor neun Monaten hat die Samtgemeinde Aue den Neubau des DRK-Kindergartens an der Straße „Am Sportzentrum“ in Wrestedt eröffnet.

Jetzt diskutierte der Bauausschuss über ein mögliches weiteres Projekt im Ort: Auf dem Gelände des ehemaligen Kindergartens am Mittelweg könnte ein neues Krippengebäude errichtet werden. In der jüngsten Ausschuss-Sitzung legte Samtgemeindebürgermeister Michael Müller erstmals Zahlen dazu vor. Demnach würde ein Neubau, der Platz für zwei Krippengruppen bieten und als Massivbau errichtet würde, etwa 1,5 Millionen Euro kosten.

Michael Müller, Samtgemeindebürgermeister

Zuvor hatte die Verwaltung einen Architekten mit einer Kostenermittlung beauftragt. Dabei müssen aber nicht nur die Planungs- und Baukosten eingerechnet werden, sondern auch die Ausgaben für den Abriss des alten, aus dem Jahr 1974 stammenden Kindergartengebäudes. Wie berichtet, wurde dieses 2018 wegen Schimmelbefalls geschlossen. Durch das Dach war Feuchtigkeit eingedrungen. Eventuell ist der Bau mit Asbest belastet, sodass auch ein Schadstoffgutachten in Auftrag gegeben werden müsste. Nicht zuletzt müssten die Versorgungsleitungen vom Altgebäude umgelegt werden, schilderte Müller.

Er verwies darauf, dass der Bedarf nach Krippenplätzen deutlich gestiegen sei. Im noch völlig intakten Krippengebäude am Mittelweg gibt es derzeit eine Gruppe für unter dreijährige Kinder. Zwei weitere Krippengruppen sind übergangsweise im neuen DRK-Kindergarten untergebracht. „Die Landesschulbehörde hat das aber nur für die Dauer von zwei Jahren genehmigt“, erklärte Müller im Ausschuss. Bis zum Sommer 2021 müsste somit eine andere Krippenlösung gefunden werden.

Das bestehende Krippengebäude am Mittelweg soll laut Müller auch bei einem eventuellen Krippen-Neubau auf dem Gelände weiter als Krippe genutzt werden. „Derzeit ist der Bedarf für drei Krippengruppen da“, sagte Müller im AZ-Gespräch.

Die geschätzten 1,5 Millionen Euro seien noch nicht in den Samtgemeindehaushalt eingestellt worden. Im Zuge der Etatberatungen würden die politischen Gremien darüber entscheiden. Klar sei aber, dass für das Projekt Fördermittel notwendig seien. Die Entscheidung sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden, betonte Vize-Verwaltungschef Alexander Kahlert: „Die zwei Jahren sind ruck, zuck herum.“

Michael Bombeck, Grüne

Das unterstrich auch Ausschussmitglied Michael Bombeck (Grüne). Die Politik dürfe nicht eineinhalb Jahre warten, bis sie mit der Debatte über einen Neubau beginne. „Wenn der Bedarf an Krippenplätzen nachhaltig da ist, sollte man das politisch forcieren, um die Attraktivität der Samtgemeinde zu erhöhen“, meinte er. Zu den von Müller vorgelegten Zahlen sagte er: „Jetzt haben wir mal eine Hausnummer, und das ist gut.“

Jürgen Wöhling, CDU

Auch Jürgen Wöhling (CDU) sprach sich für einen Krippen-Neubau aus. „Der Abriss ist eh fällig, denn das Altgebäude ist nicht mehr wirtschaftlich“, erklärte er.

Als Nächstes werden die politischen Fraktion über dieses Thema beraten. Anschließend soll es erneut in den Fachgremien der Samtgemeinde erörtert werden.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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