1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Wrestedt

Wird kleiner Bahnübergang in Stederdorf dichtgemacht?

Erstellt:

Von: Bernd Schossadowski

Kommentare

Die Schranken am Bahnübergang an der Braune-Hirsch-Straße sind geschlossen. Ein Erixx-Zug fährt gerade vorbei.
Zugverkehr am Bahnübergang an der Braune-Hirsch-Straße in Stederdorf: Die SPD/UWG-Ratsgruppe hat jetzt eine Prüfung beantragt, ob diese Querung geschlossen werden kann. © Bernd Schossadowski

Ist der kleine Bahnübergang an der Braune-Hirsch-Straße in Stederdorf noch notwendig? Oder kann er geschlossen werden? Das soll die Gemeinde Wrestedt jetzt auf Antrag der SPD/UWG-Gruppe prüfen. Der Bau- und Umweltausschuss hat dafür einstimmig grünes Licht gegeben.

Stederdorf – Nur rund 150 Meter südöstlich des Stederdorfer Bahnhofs geht er von einer asphaltierten Gemeindestraße in einen Feldweg über. Der kleine Bahnübergang an der Braune-Hirsch-Straße wirkt unscheinbar. Trotzdem steht die mit Schranken und Blinklichtern ausgestattete Querung derzeit im Mittelpunkt einer politischen Diskussion. Die SPD/UWG-Ratsgruppe hat beantragt, dass die Gemeinde Wrestedt eine Schließung dieses Bahnübergangs prüfen soll. Darum ging es jetzt im Bau- und Umweltausschuss.

In der Gemeinde gebe es Bahnübergänge, die zum Teil mitten in der Feldmark und gelegentlich auch sehr dicht zusammen lägen, erklärt die Gruppe in ihrem Antrag. Deshalb sollte ihrer Ansicht nach ermittelt werden, ob alle diese Übergänge überhaupt noch notwendig sind. Das sei erforderlich, „weil jeder Bahnübergang der Gemeinde Wrestedt regelmäßig finanziell und personell zur Last fällt“, wie es in dem Antrag von SPD und Grünen heißt.

Laut Gemeindedirektor Michael Müller liegt die Unterhaltungspflicht für den genannten Übergang aber bei der Deutschen Bahn. „Der Gemeinde entstehen dort keine Kosten“, sagte er. Nur für etwaige neue Verkehrsschilder müsste sie finanziell aufkommen, sagte Bau-Fachbereichsleiter Alexander Kahlert. Er hat zu der Thematik eine klare Meinung: „Jeder Bahnübergang, den es nicht gibt, ist die beste Verkehrssicherung, die man haben kann.“

Kahlert wies auf ein Phänomen in der Samtgemeinde Aue hin: Der Bahnübergang in Kuckstorf sei viel befahren, habe aber keine Schranken. „Dort hat es schon Unfälle und Todesfälle gegeben. Dieser Bahnübergang ist äußerst kritisch zu sehen“, betonte er. Im Gegensatz dazu gebe es an der Braune-Hirsch-Straße in Stederdorf kaum Verkehr, dafür aber Schranken. Diese Querung diene vor allem der Erschließung landwirtschaftlicher Flächen.

Neben dem Sicherheitsaspekt nannte Ausschussmitglied Bettina Marquardt (SPD) noch ein weiteres Argument: Würde der Bahnübergang an der Braune-Hirsch-Straße geschlossen, könnte dort beim geplanten zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke eine durchgängige Lärmschutzwand errichtet werden. Bliebe der Übergang aber offen, würde eine Lücke entstehen, durch die der Schall der Züge ins benachbarte Wohngebiet entweichen könnte.

Auch Markus Jordan (Grüne) schlug vor, die Zahl der Bahnübergänge in der Gemeinde zu verringern und stattdessen Lärmschutzwände zu errichten. Die rot-grüne Ratsgruppe habe sich in Stederdorf einmal umgehört, berichtete Jürgen Hirte (SPD). „Alle Anwohner sind dafür, dass dieser Bahnübergang zugemacht wird.“

Ganz anders sieht das jedoch der Verein „Dorfleben Wrestedt“. Er plädiert für einen Erhalt des genannten Bahnübergangs. Der Ort werde durch den Elbe-Seitenkanal, die Landschaft zusätzlich durch die Bahntrasse zerschnitten, „sodass es keine attraktiven Rundwanderwege um Wrestedt und Stederdorf mehr gibt“, erklärt die Vorsitzende Melanie Schabert. „Auch im Falle einer Störung am Bahnübergang in Stederdorf bedeutet es riesige Umwege. Selbst für Fußgänger und Radfahrer gibt es dann keine legale und ungefährliche Verbindung zwischen Stederdorf und Wrestedt.“

Die Beschlussempfehlung des Ausschusses fiel letztlich einstimmig aus: Die Verwaltung soll jetzt prüfen, ob der Bahnübergang an der Braune-Hirsch-Straße geschlossen werden kann. Wenn ja, müsste die Gemeinde das dem Eisenbahnbundesamt mitteilen. Dagegen lehnte der Ausschuss mit vier zu zwei Stimmen den Antrag der SPD/UWG-Gruppe ab, die Notwendigkeit auch aller anderer Bahnübergänge im Gemeindegebiet zu prüfen. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat nun der Wrestedter Rat.

Auch interessant

Kommentare