Vize-Bürgermeister Klaus Cichy befürchtet Schließung / Landkreis weist Bedenken zurück

Wierener Zeltplatz vor ungewisser Zukunft

Das Laub wurde entfernt, die Fläche gepflegt: Ganz anders als zuvor sieht jetzt der Bereich vor dem Hauptgebäude des Jugendzeltlagerplatzes in Wieren aus.
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Das Laub wurde entfernt, die Fläche gepflegt: Ganz anders als zuvor sieht jetzt der Bereich vor dem Hauptgebäude des Jugendzeltlagerplatzes in Wieren aus.

Wieren – Er besteht schon seit Jahrzehnten und hat vielen Jugendlichen ein tolles Freizeiterlebnis geboten. Die Rede ist vom Wierener Jugendzeltlagerplatz, der vom Landkreis Uelzen betrieben wird.

Doch der Zustand der Anlage ließ zuletzt zu wünschen übrig: Vor dem Eingang des Hauptgebäudes türmte sich das Herbstlaub aus dem vorigen Jahr. Unkraut wucherte, daneben sprossen Baumschösslinge.

Doch nach der jüngsten Berichterstattung in der AZ hat der Landkreis kurzfristig Abhilfe geschaffen, das Laub entfernt und den Eingangsbereich vor dem Gebäude gereinigt. „Ich bin ganz begeistert“, sagt Andrea Behn, die vor einigen Wochen auf die Missstände hingewiesen hatte (AZ berichtete). Kurz nach dem Erscheinen des Artikels „sah es hier schon ganz anders aus als vorher“, freut sich die Wierenerin.

Das ändert jedoch nichts daran, dass der Zeltlagerplatz in diesem Jahr geschlossen bleibt, weil die Betriebssicherheit des Gesamtkomplexes nach Auskunft des Landkreises nicht gegeben ist. Das habe eine Überprüfung der elektrischen Anlagen im Hauptgebäude ergeben. Aktuell werde der Investitionsbedarf für eine Wiederherstellung der Betriebssicherheit beziehungsweise für die notwendigen baulichen Maßnahmen ermittelt.

Allerdings hat der Wierener Klaus Cichy erhebliche Zweifel, dass die Anlage jemals wieder geöffnet wird. „Pro Jahr waren es etwa 250 bis 300 Jugendliche, die das Zeltlager besuchten. Die fehlen natürlich auch dem Sommerbad als Besucher. Sicherlich wurde auch in der Bäckerei eingekauft“, sagt Cichy, der für die SPD dem Gemeinderat Wrestedt angehört und erster stellvertretender Bürgermeister ist. Er kritisiert: „Investiert wurde seitens des Landkreises nur das Nötigste, und daher ist die Anlage auch in die Jahre gekommen.“

Seiner Meinung nach hätte die Freizeiteinrichtung längst modernisiert werden müssen. „Aber leider ist nie etwas passiert.“ Er habe das Gefühl, der Landkreis arbeite auf eine Schließung des Platzes hin. „Ich hoffe es persönlich nicht, aber es deutet vieles darauf hin“, sagt Cichy. Und er fragt sich, was dann mit den Hütten, dem Küchentrakt und den Räumlichkeiten im Sportzentrum passieren werde, die von den Besuchern mitbenutzt wurden.

Cichy appelliert an den Landkreis, „sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen“. Er hofft, dass die Kreisbehörde „endlich mal das Gespräch mit dem TuS Wieren und der Gemeinde Wrestedt sucht, damit man Klarheit hat über die Zukunft des Zeltlagers“. Zudem bittet Cichy die Kreistagsabgeordneten aus der Gemeinde Wrestedt, Andreas Dobslaw (SPD) und Max Lemm (CDU), sich für den Erhalt der Anlage einzusetzen. „Ebenso erwarte ich das vom Gemeinderat Wrestedt.“

Kreissprecherin Dr. Julia Baumgarten betont jedoch: „Der Zeltlagerplatz wurde nicht endgültig geschlossen.“ Die Beratung und Entscheidung über die Zukunft der Anlage stünden noch aus. 2019 habe es dort noch Belegungen gegeben. „Erst im März 2020 sind die Gruppen informiert worden, dass eine technische Überprüfung der Anlage notwendig ist und deshalb Belegungen für das Jahr 2020 nicht stattfinden können“, sagt Baumgarten. VON BERND SCHOSSADOWSKI

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