Gemeinde schlägt Befestigung eines Wegs in Wieren vor / Politik will nur Reparatur

Wieren: Endausbau für die Schotterpiste?

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Der Finkenweg in Wieren ist eine unbefestigte Anwohnerstraße. Aufgrund der vielen Schäden schlägt die Gemeindeverwaltung den Endausbau der Straße vor, der Bauausschuss empfiehlt hingegen nur eine Reparatur. 

Wieren – Er ist nur etwa 130 Meter lang und trotzdem ein Stein des Anstoßes: Der Finkenweg in Wieren, eine unbefestigte Anwohnerstraße, weist schon seit Jahrzehnten erhebliche Schäden auf.

„Der Weg ist eine einzige Katastrophe“, sagt Bauamtsleiter Alexander Kahlert im AZ-Gespräch. Deshalb spricht sich die Gemeindeverwaltung auch dafür aus, den Weg erstmalig herzustellen, also komplett zu befestigen. Der Wrestedter Bauausschuss hat jetzt aber empfohlen, zunächst nur die Schlaglöcher auszubessern und dieses Thema weiter in den politischen Gremien zu beraten.

Bislang wurde der Finkenweg immer nur provisorisch repariert. Alle ein bis zwei Jahre wurde dort Mineralgemisch aufgebracht, zum Teil in Eigenleistung von den Anliegern, die sich über den Zustand des Weges beschwert hatten. Doch weitere Ausbesserungsarbeiten seien aufgrund der ungleichen Höhe der Schächte und des Bodens sowie wegen des fehlenden Profils nicht ratsam, erklärt Kahlert.

Sollte dort tatsächlich der Endausbau erfolgen, hätte das für die Anwohner finanzielle Auswirkungen: Sie müssten laut Baugesetzbuch 90 Prozent der Kosten als Erschließungsbeiträge zahlen. Eine Ausbesserung mit Mineralgemisch wäre für die Anwohner hingegen kostenlos.

Trotzdem hält Kahlert den Endausbau für sinnvoll. „Die Straße ist nicht mehr zeitgemäß, da muss was passieren“, meint er. Es gehe darum, dass die Anwohner gut zu ihren Grundstücken gelangten, denn schließlich sei die Gemeinde dort in der Verkehrssicherungspflicht. Wie es mit dem Finkenweg weitergeht – ob Endausbau oder temporäre Sanierung – werden die weiteren Beratungen der politischen Gremien ergeben.

Nicht zu verwechseln mit den fälligen Erschließungsbeiträgen sind die Straßenausbaubeiträge, die die Gemeinde nach dem Niedersächsischen Kommunalabgabengesetz erhebt. Diese werden beim späteren Ausbau einer bereits hergestellten Straße fällig – zum Beispiel, wenn nach einigen Jahrzehnten Schäden entstanden sind.

Je nach Straßenart sind die von den Anliegern zu entrichtenden Beiträge gestaffelt: Bei reinen Anliegerstraßen müssen sich die Bürger mit 75 Prozent an der Fahrbahnsanierung beteiligen, die restlichen 25 Prozent übernimmt die Gemeinde Wrestedt, berichtet Kahlert. Bei Straßen mit starkem innerörtlichen Verkehr zahlen die Anlieger 40 Prozent der Fahrbahnkosten, die Gemeinde 60 Prozent. Und bei Straßen mit Durchgangsverkehr beträgt die Aufteilung 30 zu 70 Prozent aus Sicht der Anlieger.

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