Albert Wieblitz kann über Antenne kein ZDF mehr schauen

In Wieren bleibt das Bild schwarz

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Der Sprung von DVB-T zu DVB-T2 macht nicht jedem Zuschauer Freude – vor allem, weil vom Bokeler Fernsehturm dafür nun kein Sendesignal mehr kommt. 

Wieren/Bokel – Wenn Albert Wieblitz aus Wieren seinen Fernseher anschaltet und das ZDF einschalten will, bleibt das Bild schwarz. Wenn man der Ursache auf den Grund gehen will, führt die Spur nach Bokel.

Denn dort steht der sogenannte Fernsehturm, in Fachkreisen auch „Sender Behren-Bokel“ oder gar „Sender Uelzen-Sprakensehl“ genannt. 

Die Umstellung von DVB-T zu DVB-T2 sorgt hier und da für Probleme: So auch bei Albert Wieblitz aus Wieren. 

Für Leute wie Wieblitz sendet der Sender jetzt nicht mehr, denn seine Programme empfängt er bisher über den Standard DVB-T. Über seine Hausantenne bekam er damit seine Sender ins Haus. Doch ab dem 22. Mai blieb der Fernseher stumm. Eine Satellitenschüssel will er sich nicht anschaffen. „Das ist eine bewusste Entscheidung. Ich will nicht all die privaten Fernsehsender empfangen“, sagt er im AZ-Gespräch. Für Wieblitz stellt sich auch die Frage: „Warum soll ich die GEZ-Gebühren voll bezahlen, wenn ich einen Teil der Sender gar nicht mehr empfangen kann?“

Der Wierener hat sich bei einem Fernsehtechniker erkundigt: Als Alternative zum Sender Behren-Bokel könnte er versuchen, das terrestrische TV-Signal vom Sender Visselhövede zu empfangen, habe der Experte ihm gesagt. „Dazu müsste ich aber eine extrem hohe Antenne, die weit übers Dach ragt, bauen und nach Visselhövede ausrichten. Und trotzdem gäbe es von dort nur ein schwaches Signal“, erzählt Wieblitz.

Am 22. Mai ist, wie der NDR auf Nachfrage erklärt, für das nordöstliche Niedersachsen die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 erfolgt. Die Programme können dadurch nun in HD-Qualität empfangen werden. Der Zuschauer braucht allerdings ein DVB-T2-fähiges Endgerät.

Das war aber noch nicht alles: Die Signale kommen nicht mehr aus Bokel, sondern aus Uelzen, sie haben es damit weiter zu allen anderen Haushalten rund um Wittingen und Teilen des Uelzener Südkreises, die auf den terrestrischen Digital-Empfang setzen. Das macht Investitionen nötig, wie der NDR einräumt: „Durch den Wechsel des Senderstandortes von Uelzen-Sprakensehl auf Uelzen-Stadt ist im Bereich Wittingen für den Empfang nunmehr eine Dachantenne erforderlich.“ Das ZDF hat sich, wie der NDR ergänzt, sogar ganz von der terrestrischen Verbreitung seiner Signale in der Region verabschiedet, sendet weder über Bokel noch über Uelzen, und kommt nur noch über Satellit, Kabel oder Internet ins Haus. Neben dem ZDF können somit auch ZDF info, ZDF neo, 3 SAT und KIKA nicht mehr über die Antenne empfangen werden.

Den Anteil der Haushalte in Nordostniedersachsen, die von der Umstellung auf DVB-T2 betroffen sind, schätzt man beim NDR auf etwa fünf Prozent.

VON HOLGER BODEN UND BERND SCHOSSADOWSKI

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