Wenn nachts die Gläser klirren

Kaputte Fahrbahn in Wieren: Anwohner beklagen Lärm durch Lastwagen

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Anwohner Klaus Cichy zeigt die Schlaglöcher, die sich vor dem Bahnübergang auf der L 270 in Wieren gebildet haben. Die Geräuschbelastung bei der Durchfahrt von Lastwagen sei fast unerträglich, kritisiert er.

Wieren – Für die Anwohner der Ortsdurchfahrt von Wieren mutet es wie eine unendliche Geschichte an. Schon viele Male hat die Landesstraßenbaubehörde die Fahrbahn vor dem Bahnübergang der L 270 ausgebessert. Meist hielt das nur für kurze Zeit.

Und so sind auch jetzt wieder Straßenschäden aufgetreten. Große Löcher und Risse klaffen im Asphalt. „Für die Anlieger ist das wieder ein total unbefriedigender Zustand“, moniert Klaus Cichy, der nur wenige Meter vom Bahnübergang entfernt wohnt.

Vor allem nördlich der Schienen ist die Fahrbahn stark beschädigt. Teilweise sind sogar Asphaltstücke herausgebrochen. „Dort steht das Wasser bei Regen großflächig“, erzählt Cichy. „Als Fußgänger bekommt man entweder nasse Füße oder eine Beindusche von den Autos.“

Schlimm seien auch die Lärmbelastungen, die schwere Fahrzeuge in den Schlaglöchern verursachen. Vor allem leere Rüben-Lkw bereiten den Anwohnern mitunter schlaflose Nächte. „Die Geräusche sind fast unerträglich in der Nacht. Es hört sich wie Donnergrollen an“, schildert Cichy. Zudem seien wieder einige Steinplatten auf dem Bahnübergang, der zuletzt im Herbst 2017 saniert wurde, lose. „Da klappert es ständig“, hat er festgestellt.

Das bestätigt Lothar Schneider, der auf der anderen Seite der Gleise, in der Straße „An der Bahn“, wohnt. Viele Lastwagen seien auf der L 270 zu schnell unterwegs. „Das ist eine Katastrophe“, schimpft Schneider. „Bei mir rüttelt die ganze Hütte und die Gläser klirren. Die fahren zum Teil mit 70 oder 80 Sachen über die Gleise.“

Auch seine Tochter hat das zu spüren bekommen. Sie lebt in Kanada und war kürzlich zu Besuch bei Schneider. „Sie hat gesagt, sie kann hier nicht mehr schlafen. Wir haben sie dann in den Keller umquartiert, weil es da nachts ruhiger ist“, berichtet der Wierener. Nicht nur deshalb wünscht er sich – neben der Beseitigung der Straßenschäden – eine Verkehrsberuhigung auf der L 270.

Unterdessen kritisiert Cichy, dass die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Schäden nicht dauerhaft beseitigt. „Es wird immer wieder provisorisch versucht, die Löcher zu flicken, statt einmal richtig zu sanieren.“ Cichy fragt sich, warum die Fahrbahn am Bahnübergang nicht zeitgleich mit dem Ausbau der L 270 zwischen Wieren und dem Esterholzer Kreuz im Sommer 2019 erneuert wurde.

Dafür hat Annette Padberg, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesbehörde, eine Erklärung. „Für die Sanierung der Fahrbahn im Bereich des Bahnübergangs sind umfängliche Abstimmungen mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf mit der Bahn erforderlich“, teilt sie auf AZ-Anfrage mit. Zugleich verspricht sie: „Wir werden die Fahrbahnschäden weiter durch kurzfristige Ausbesserungen beseitigen und parallel dazu eine Sanierung in dem Bereich vorbereiten.“ Wann diese erfolgen wird, kann Padberg aber noch nicht sagen.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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