Anne Utermark vom BUND erklärt, warum die Maschinen für Igel so gefährlich sind

Wenn Mähroboter zur Todesfalle werden

Igel fühlen sich im Garten wohl und sind vor allem in der Dämmerung sehr aktiv. Rasenmähroboter, die von ihren Besitzern gerade abends oder nachts unbeaufsichtigt ihre Runde über das Grün ziehen, sind einige große Gefahr für die kleinen Tiere. 
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Igel fühlen sich im Garten wohl und sind vor allem in der Dämmerung sehr aktiv. Rasenmähroboter, die von ihren Besitzern gerade abends oder nachts unbeaufsichtigt ihre Runde über das Grün ziehen, sind einige große Gefahr für die kleinen Tiere.

Wrestedt/Landkreis – Rasend schnell drehen sich die Klingen des Rasenmähroboters. Fast geräuschlos dreht er seine Runden auf dem saftigen Grün, stutzt Quadratmeter um Quadratmeter zurecht.

Der Igel, der gerade in seinem Zuhause – dem Garten –sitzt, sieht und vor allem hört die Gefahr nicht kommen. Und dann ist es schon zu spät.

Viel Sonnenschein und etwas Regen wechseln sich aktuell ab. Gute Bedingungen für den Rasen, um zu wachsen. Und dementsprechend auch die Zeit, das Grün im Garten regelmäßig zu mähen – oder von einem Mähroboter mähen zu lassen. Doch immer wieder hört man davon, dass Igel von einem Mähroboter schwerst verletzt oder gar getötet wurden. „Hier im Landkreis habe ich zu einem solchen Fall bislang zum Glück keine Mitteilung bekommen“, berichtet Anne Utermark von der BUND-Kreisgruppe Uelzen.

Igel-Behandlungen zum Teil kostenlos

Seit rund 40 Jahren ist die Wrestedterin Ansprechpartnerin, wenn es um die kleinen stacheligen Tiere geht. „Besonders wenn Menschen die Roboter in der Dämmerung laufen lassen, stellen sie eine große Gefahr für Igel dar“, weiß Utermark. Ihr Appell lautet deshalb, den Rasenmähroboter nicht am späten Abend oder über Nacht laufen zu lassen.

Stellt jemand fest, dass sein Roboter doch einen Igel verletzt hat, sollte er schnellstmöglich mit dem Tier zum Tierarzt fahren. Im Kreisgebiet gebe es einige Tierärzte, die sich mit der Behandlung von Igeln auskennen und diese auch kostenlos anbieten.

Sie selbst hat bereits etliche Igel vor dem Tod gerettet, päppelt jedes Jahr mehrere Exemplare auf, um diese durch den Winter zu bringen. Im vergangenen Winter habe sie etwa acht Igel bei sich gehabt. „Es gab aber auch schon Jahre, da waren es 20 Stück“, erinnert sich die Wrestedterin. Die Igel werden dabei einzeln gehalten, sodass „es vorkam, dass ich schon mal 20 Kartons zu Hause stehen hatte“. Häufig nehmen bei Nicht-Behandlung auch leichte Verletzungen schwerwiegende Verläufe.

Tipp: Futterstelle für Igel einrichten

Zum Beispiel Fliegen nisten sich dann in den Wunden ein und legen ihre Eier unter die Haut des Igels. „Letztlich kann es dann passieren, dass der Igel von den Maden innerlich zerfressen wird.“ So habe sie 2019 drei Igel durch Madenbefall verloren, berichtet Anne Utermark. Man könne Wunden auch mit niedrig-prozentigem Alkohol selbst desinfizieren, der Weg zum Tierarzt ist aber die empfohlene Variante.

Aus ihrer jahrelangen Erfahrung hat Utermark auch Tipps für Personen parat, die im eigenen Garten einen Igel finden. Demnach sollte man auf jeden Fall eine Futterstelle einrichten, dafür „einfach einen Maurerkübel nehmen, ein acht mal acht Zentimeter großes Loch hineinschneiden und einen Stein oben drauf legen“, erläutert Utermark den Bau einer Futterstelle, die vor Katzen geschützt ist.

VON FLORIAN BEYE

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