Kosten ufern aus

Weniger Stunden in Krippe und Kita? Samtgemeinde Aue erwägt Verkürzung der Betreuungszeiten

Die Kosten der Samtgemeinde Aue für die Kinderbetreuung sind deutlich gestiegen: von 964 000 Euro im Jahr 2013 auf 1,66 Millionen Euro im vergangenen Jahr.
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Die Kosten der Samtgemeinde Aue für die Kinderbetreuung sind deutlich gestiegen: von 964 000 Euro im Jahr 2013 auf 1,66 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Wrestedt/Bad Bodenteich – Die Samtgemeinde Aue wird die Angebote ihrer Kinderbetreuung möglicherweise abspecken. Das erklärt Verwaltungschef Michael Müller. „Die Kosten laufen uns davon“, sagt er im AZ-Gespräch.

Deshalb hat sich der Jugend- und Sportausschuss jetzt dafür ausgesprochen, eine Arbeitsgruppe zu gründen. Diese soll die Ausgaben in Krippe, Kindergarten und Hort analysieren und Vorschläge zur Kostensenkung machen.

2013 hat die Samtgemeinde 964.000 Euro für die Kinderbetreuung ausgegeben, 2019 waren es schon 1,66 Millionen Euro, teilt Müller mit. Die Gründe seien vielschichtig. So musste, wie in allen Kitas in Niedersachsen, eine dritte Betreuungskraft eingestellt werden, was die Personalkosten erhöht habe. Zudem bietet die Samtgemeinde mehr Betreuungsplätze als früher an. Und nicht zuletzt wurde im Sommer 2019 ein Hort in Wrestedt eingerichtet. „Das ist eine freiwillige Leistung“, betont Müller.

Hinzu kämen immer mehr Anforderungen durch das Land. Als Beispiele nennt er die Sprachförderung in den Kindergärten, die zunehmende Dokumentationspflicht und die Überwachung des Masernschutzes in den Betreuungseinrichtungen. „Das können wir aufgrund unserer Haushaltslage alles gar nicht mehr abbilden“, sagt Müller.

Daher hat der Jugend- und Sportausschuss jetzt einen Antrag des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Uelzen abgelehnt. Dieser hatte um Finanzierung zusätzlicher Personalstunden in der Bad Bodenteicher Kita gebeten. Als Gründe nannte Dorothee Drewes, stellvertretende Leiterin des Kirchenkreisamtes, Tariferhöhungen für das Personal, die Aufstockung der Betreuungszeiten in der zweiten Hortgruppe und längere Sonderöffnungszeiten für die Kita- und Krippengruppen, aber auch den Ausgleich für Fehlzeiten und Überstunden der Mitarbeiter. Die dadurch entstehenden Mehrkosten belaufen sich laut Müller auf mehr als 110. 000 Euro – zu viel für den Ausschuss. Das zusätzliche Geld soll vorerst nicht in den Haushalt eingestellt werden.

Mitte Januar soll sich die Arbeitsgruppe erstmals treffen. Ihr werden Vertreter aus Politik, Verwaltung und den Trägern der Kinderbetreuung in der Samtgemeinde – DRK und Kirchenkreis – angehören. Müller skizziert, wie Geld eingespart werden könnte: Es bestehe nur ein gesetzlicher Anspruch auf vier Stunden Betreuung pro Tag, doch die Samtgemeinde biete bis zu acht Stunden an. Hier sei eine Reduzierung möglich. „Wir sollten uns die Frage stellen, ob wir so viele Ganztagsgruppen darstellen müssen“, meint Müller.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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