Pendler profitieren vom neuen Angebot

Vorfreude auf den Stundentakt auf der Erixx-Strecke nach Braunschweig

Gestern Mittag rollt der Erixx auf seiner Fahrt von Uelzen nach Gifhorn in den Wierener Bahnhof ein. In einem guten halben Jahr wird auf der Strecke der Stundentakt eingeführt – sehr zur Freude von Pendlern.
+
Gestern Mittag rollt der Erixx auf seiner Fahrt von Uelzen nach Gifhorn in den Wierener Bahnhof ein. In einem guten halben Jahr wird auf der Strecke der Stundentakt eingeführt – sehr zur Freude von Pendlern.

Wieren – Noch ein gutes halbes Jahr, dann werden Stederdorf, Wieren, Bad Bodenteich und benachbarte Bahnhofsorte Außergewöhnliches erleben: Mitte Dezember, zum traditionellen Fahrplanwechsel, wird auf der Regio-Bahn-Strecke 47 des Erixx der Stundentakt eingeführt.

Dass es dazu kommt, ist nicht unbedingt selbstverständlich, denn die Existenz der Verbindung von Uelzen über Wittingen nach Braunschweig war jahrzehntelang in Frage gestellt. Doch nun stehen die Weichen auf Zukunft.

„Jeder Pendler wird das begrüßen. Der Ein-Stunden-Takt ist das Minimum“, sagt eine Frau, die gestern Vormittag im Wierener Bahnhof auf den Zug wartet. Sie selbst wohnt in der Region Hamburg und ist zurzeit zu Besuch in Wieren. Der bisherige Zwei-Stunden-Takt des Erixx sei für die Fahrgäste nicht attraktiv, findet sie.

„Wenn ich mal nach Hamburg fahre, stelle ich mein Auto am Bahnhof in Uelzen ab. Da will ich nicht auf den Zwei-Stunden-Takt angewiesen sein“, erklärt eine andere Frau, die in Wieren wohnt und gerade auf dem Bahnsteig auf die Ankunft ihres Bruders mit dem Zug wartet. Ihrer Meinung nach ist die Einführung des Stundentakts auf der Erixx-Strecke zwischen Uelzen und Braunschweig überfällig. „Jetzt in der Corona-Zeit gibt es zwar weniger Fahrgäste im Zug. Viele Pendler steigen aufs Auto um“, sagt sie. In einem halben Jahr, zum Fahrplanwechsel, werde sich das aber ändern, ist die Frau überzeugt.

Der Regionalverband Großraum Braunschweig, zuständig für den ÖPNV in der Region, ist die treibende Kraft bei den Bemühungen um den Stundentakt. In den vergangenen Jahren gab es dabei einige Rückschläge: Oft angekündigt, wurde der Startschuss wiederholt verschoben. Nun sind offenbar alle Hausaufgaben gemacht – genau 120 Jahre nach Inbetriebnahme des Abschnitts zwischen Wieren und Triangel.

Der Tiefpunkt war 2004 erreicht. Die Gleise waren streckenweise in so schlechtem Zustand, dass die damals eingesetzten roten Wagen der DB zwischen Wittingen und Wahrenholz abschnittsweise mit zehn Stundenkilometern dahinzockelten. Ein Bahnhof wie Wittingen präsentierte sich seinerzeit in einem vernachlässigten Zustand.

Auf Fahrgäste wirkte das alles nicht attraktiv. So erinnert der Verbandsvorsitzende Detlef Tanke daran, dass „jahrzehntelang leere Züge von Braunschweig nach Uelzen“ gefahren seien. Mit dem Stundentakt und den damit verbundenen umfangreichen baulichen Verbesserungen an und auf der Trasse werde aus der Strecke ein „Schmuckstück“, so Tanke.

Seit 2014 rollen die modernen Triebwagen unter Erixx-Ägide. Wenn die Züge nun noch häufiger fahren, dann werden – davon ist man beim Regionalverband überzeugt – Pendler ebenso profitieren wie deren Arbeitgeber. Orte an der Erixx-Strecke könnten als Wohnort an Attraktivität gewinnen. Auch für den Tourismus werden positive Effekte erwartet, zumal über Uelzen und Braunschweig Verbindungen nach Hannover und Hamburg bestehen.

Abgeschlossen sind die Verbesserungen Ende des Jahres aber noch nicht. Langfristig sollen zum Beispiel auch die Stationen Schönewörde und Vorhop im Kreis Gifhorn barrierefrei modernisiert werden. Zudem werden in Uelzen, Wieren und Stederdorf neue Bahnsteige geschaffen.

VON HOLGER BODEN UND BERND SCHOSSADOWSKI 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare