Tat mit Spraydose und Eisenstangen

Unbekannte brechen Geldautomaten in Wrestedt auf: Flucht ohne Beute

Vor dem Aufbrechen besprühten die Täter die Kamera des Geldautomaten mit schwarzer Farbe.
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Vor dem Aufbrechen besprühten die Täter die Kamera des Geldautomaten mit schwarzer Farbe.

Wrestedt – Sie betraten den Vorraum der Wrestedter Sparkassen-Filiale gegen 2.10 Uhr morgens und gingen sehr zielstrebig vor.

Zunächst besprühten die beiden unbekannten Männer mehrere Kameras, darunter in der Abdeckung des Geldautomaten, mit schwarzer Farbe, um die Aufnahmen unbrauchbar zu machen.

Danach brachen die Täter die Klappe des Automaten mit schweren Hebelwerkzeugen auf. Doch Bargeld fiel ihnen nicht in die Hände, denn der Tresor im Gerät ist besonders gesichert. Ohne Beute rasten die Männer in einem dunklen Audi davon.

Über diesen Vorfall, der sich am Freitagmorgen in Wrestedt ereignet hat, kann Ulrich Dorß, Kundenbetreuer der Sparkasse, nur den Kopf schütteln. „Die sind sehr professionell vorgegangen. Das Ganze hat nur drei Minuten gedauert“, sagt Dorß im AZ-Gespräch. Das hätten die Aufnahmen der anderen Kameras in der Filiale ergeben. Auf diesen ist zu erkennen, wie zwei maskierte Männer mit Kapuzenpullovern die Filiale betraten. In ihren Händen hielten sie Eisenstangen. „Sie waren mit brachialer Gewalt am Werk“, schildert Dorß.

Alarm wurde dabei nicht ausgelöst, doch Nachbarn sahen Lichtschein in der Sparkasse und informierten die Polizei. Die lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit den Tätern, die aber mit ihrem hochmotorisierten Auto entkamen und dabei sogar einen quergestellten Streifenwagen umkurvten. „Das waren auch fahrerisch keine Laien“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Er hält es für möglich, dass die Männer aus Osteuropa stammen. „Wir hatten in der Vergangenheit Täter von dort, die sich auf solche Taten spezialisiert hatten.“

Den Sparkassen-Angestellten offenbarte sich gestern früh das ganze Ausmaß der Tat. Die Klappe des Geldautomaten war offen, das Innenleben hing heraus oder lag verstreut auf dem Boden. Metall ist verbogen, Kabel sind lose, Kratzspuren rühren vom Hebelwerkzeug her.

Kriminaltechniker der Polizei sicherten gestern Spuren vom Tatort. Die Sparkassen-Filiale blieb geschlossen. Der Automat ist nicht mehr funktionsfähig, der Sachschaden beträgt mehrere zehntausend Euro. Zeugen, die in jüngster Zeit oder in der Tatnacht einen dunklen Audi im Bereich Wrestedt gesehen haben, werden gebeten, sich bei der Polizei Uelzen unter (05 81) 93 00 zu melden.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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