Investitionen von mehr als vier Millionen Euro

Umbau der Kläranlage bei Stederdorf ist beendet

Mitglieder des Betriebsausschusses der Samtgemeinde Aue stehen neben einem der Beete zur Klärschlammvererdung.
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Zusammen mit Vertretern der Verwaltung informierte sich der Betriebsausschuss der Samtgemeinde Aue über die neuen Beete zur Klärschlammvererdung und die Umrüstung der Kläranlage bei Stederdorf.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Der Bau der Vererdungsbeete für Klärschlamm und die technische Umrüstung der Kläranlage bei Stederdorf sind abgeschlossen. Jetzt hat sich der Betriebsausschuss der Samtgemeinde Aue im Rahmen einer Besichtigung ein Bild davon gemacht.

Stederdorf – Drei der vier Beete auf der Kläranlage bei Stederdorf sind bereits mit Schilfpflanzen bewachsen und sorgen für eine natürliche Entwässerung des Klärschlamms. Das letzte Beet soll 2022 folgen. Jetzt hat der Betriebsausschuss der Samtgemeinde Aue die neue Vererdungsanlage bei einem Rundgang in Augenschein genommen. „Es war ein richtiger und guter Weg“, sagte Nils Noack von der Celle-Uelzen Netz GmbH mit Blick auf diese Investition.

Rund 2,1 Millionen Euro hat die Vererdungsanlage gekostet – mehr als ursprünglich kalkuliert. Einer der Gründe sind die gestiegenen Baukosten. Angesetzt waren 1,33 Millionen Euro, die Schlussrechnung belief sich aber auf 1,54 Millionen Euro, berichtete Noack. Hinzu kam, dass sich die Planungskosten von 150 000 auf 300 000 Euro verdoppelten.

Deshalb hatten einige Kommunalpolitiker scharfe Kritik an den Klärschlammbeeten geäußert (AZ berichtete). Erfreulich aus Sicht von Noack ist jedoch, dass die Samtgemeinde für den Bau der Vererdungsanlage und die Umrüstung der Kläranlage auf eine energieeffiziente Abwasserreinigung Fördermittel in Höhe von rund 900 000 Euro erhalten hat.

In den Beeten wird der Schlamm über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren gelagert. Dank der Schilfpflanzen und einer Filterkiesschicht reduziert sich die Menge im Verlauf dieser Zeit erheblich. Der Klärschlamm muss künftig nicht jedes Jahr aufwendig entsorgt werden – entweder durch Verbrennen oder durch Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen. Das senkt die Kosten spürbar. Und nicht nur das: „Mit der Klärschlammvererdungsanlage sind wir deutlich betriebssicherer“, erklärte Noack dem Ausschuss.

Damit einher gehen umfangreiche bauliche und technische Veränderungen auf der Kläranlage. Unter anderem wurden zwei Silos umgebaut. Eines davon hat ein Volumen von 2500 Kubikmetern und dient jetzt als Misch- und Ausgleichsbecken. Bei Starkregen soll es große Niederschlagsmengen abfangen. Das andere Silo hat ein Fassungsvermögen von etwa 900 Kubikmetern und wird als Schlammstabilisierungsbecken genutzt.

Außerdem wurde das Betriebsgebäude um einen Anbau erweitert. Dort sind die beiden neuen Rechen mit Sandfang und Sandwaschanlage untergebracht. Überdies wurde zwischen zwei Becken ein modernes Verteilerbauwerk errichtet. Auch die Maschinen-, Anlagen- und Elektrotechnik wurde umgerüstet. Mittelfristig soll das alte Pumpwerk abgerissen und durch ein neues ersetzt werden, kündigte Noack an.

„Es wird effizienter, wir sparen CO2 und Energie ein“, so kommentierte Michael Bombeck (Grüne), Vorsitzender des Betriebsausschusses, die im Mai abgeschlossene Umrüstung der Kläranlage. Allerdings hat diese, ähnlich wie der Bau der Vererdungsbecken, den Kostenrahmen gesprengt. Laut Noack betrug die Auftragssumme 1,6 Millionen Euro, doch die Gesamtkosten werden sich voraussichtlich auf 2,2 Millionen Euro belaufen.

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