„Trampen mal anders“

Ostedter Bürgerforum stellt Mitfahrerbänke in Ostedt und Könau auf

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Mit dem gelben Schild auf das Ziel aufmerksam machen und dann auf der Bank auf die passende Mitfahrgelegenheit warten, so funktionieren Mitfahrerbänke. Diese gibt es jetzt auch in Ostedt und Könau.

Ostedt/Könau. Die Idylle in den Dörfern ist geprägt von Ruhe, Einsamkeit, Natur und einer prägenden Abgeschiedenheit. Wer hier ohne Auto ist, kommt nicht weit, denn Busse fahren hier selten oder in den Ferien kaum.

Mitfahrer-Apps kann man durch den eingeschränkten Handyempfang ebenfalls vergessen. Ostedt und Könau liegen am Rande der Gemeinde Wrestedt, wenn nicht gar der Welt.

Die Abgeschiedenheit führt zu einer Einschränkung der Mobilität. Einkäufe oder Arztbesuche müssen ohne Auto auf der Suche nach lieben Mitmenschen durchdacht und geplant werden. Auf einer Jahreshauptversammlung des Ostedter Bürgerforums wurde beschlossen, Abhilfe zu schaffen und Mitfahrerbänke aufzustellen.

„Die Idee ist eigentlich recht simpel und geht auf eine Initiative eines Dorfes in der Eifel zurück“, erläutert Marcos Bastheim als 2. Vorsitzender des Bürgerforums das Vorhaben und fügt hinzu: „Trampen mal anders“. Einfach ein Schild mit dem gewünschten Zielort aufklappen. Vorbei fahrende Autofahrer können entscheiden, ob sie den Anhalter mitnehmen wollen. An zwei markanten Punkten in Ostedt und Könau wurden jetzt die Bänke in Beton verankert.

„Die Bänke sind aus Lärche“, weiß Ingrun Lindecke aus Könau, „hart, zäh und witterungsbeständig, kommen ohne chemischen Holzschutz aus.“ Hergestellt wurden sie von Menschen mit Unterstützungsbedarf aus der Uelzener Stiftung „Leben leben“. Und auch bei den Ortsschildern setzte das Bürgerforum auf Qualität. Die gelben Hinweistafeln aus finnischer Birke sind mit einer speziellen wasserdichten Beschichtung versehen. In Ostedt sind die Zielorte Suhlendorf, Uelzen, Wieren und Wrestedt vorhanden, in Könau wird das Ortsquartett um Soltendieck erweitert.

Fahrer und Mitfahrer können sich sehen. „Jeder kann so entscheiden, ob und mit wem er mitfährt“, erzählt Bastheim. „Wenn einem das Risiko zu hoch erscheint, kann man auf den nächsten hilfsbereiten Menschen warten“. Eine Haftung durch das Bürgerforum wird ausgeschlossen. „Wir sorgen nur für etwas mehr Bequemlichkeit.“ Für das Entstehen spontaner Fahrgemeinschaften ist dann jeder der Beteiligten selbst verantwortlich. Meistens aber kennt man sich auf dem Dorf und wenn es ganz gut läuft, wird auch die Rückfahrt geklärt.

„Das war heute nur der Aufstellungstermin“, klärt Bastheim auf. Eine offizielle Einweihung und Einweisung für alle Bürger folgt zu einem späteren Termin. „Die Bänke dürfen aber natürlich schon ab sofort zu ihrem Zweck genutzt werden.“

Von Ulrich Bleuel

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