Tote Fische im Mühlenteich

Günther Nieschulze steht vor dem trockenen Mühlenteich in Kroetzmühle. Aufgrund eines defekten Rohres kommt kein Wasser mehr an . Ob die Rohre saniert werden oder das Gebiet renaturiert wird, hängt von Fördermitteln ab.

Kroetzmühle - Von Jörn Nolting. Der Fischreiher und der Fuchs haben sich gefreut, dass das Wasser aus dem Mühlenteich in Kroetzmühle nahezu vollständig verschwunden ist. Sie haben sich die Fische geschnappt, die auf dem Trockenen lagen. Der Stausee an der Mühle war schon vor einigen Wochen ohne Wasser – und ist es immer noch. Grund ist ein kaputtes Rohr im Zulauf des Baches.

„Der verrohrte Graben läuft unter dem Mühlenteich durch“, erklärt Günther Nieschulze, ein Freund des Mühlenbesitzers Friedrich Müller. Doch durch das Loch in der Rohrleitung versickert auch das Wasser aus Könau in dem Grabensystem, das eigentlich in den Mühlenteich fließen soll. „Das Könauer Wasser müsste eigentlich hier im Mühlenteich ankommen“, sagt Nieschulze mit Blick auf den trockenen Tümpel vor der Mühle.

Zuständig für die Kroetzmühle ist der Kreisverband Wasser- und Bodenverband Wieren und nicht der Landkreis Uelzen. Ulrich Ostermann, Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände Uelzen, schildert die aktuelle Situation der Kroetzmühle: „Die Rohranlagen sind 60 Jahre alt. Sie wurden in den 50er Jahren verlegt. Nach so langer Zeit gehen die die Betonrohre nun mal kaputt.“

Schon im vergangenen Jahr kam es vor, dass der Mühlenteich ohne Wasser war und schon damals wurde das Rohrsystem repariert. Seit rund fünf Wochen nun der erneute Rohrschaden. Und die Verantwortlichen sehen zwei Alternativen. „Wir überlegen, ob wir die Rohre ganz verschwinden lassen und das Wasser oberirdisch verläuft“, erklärt Ulrich Ostermann. Der Mühlenteich bleibt erhalten und wird höchstens leicht umgestaltet, ebenso wie die Esterau. Dieses Vorhaben ist allerdings nur mit Fördermitteln möglich und der Geschäftsführer verweist auf das Projekt an der Verhorner Mühle (die AZ berichtete). „Es würde so ähnlich verlaufen – allerdings kleiner“, erläutert Ostermann. Doch um in den Genuss von Fördermitteln zu gelangen, muss die Esterau in eine Prioritätenliste eingestuft werden. Derzeit hat das Gewässer nämlich aus Sicht des Landes keine Priorität. Um zu punkten, muss formell die Wasserqualität nachgewiesen und eingereicht werden. Bleibt es allerdings dabei, dass die Priorität vom Land nicht gesehen wird, dann gibt nur noch Alternative zwei: „Wenn das Land keine Renaturierung für sinnvoll erachtet, dann müssen wir die alten Rohrleitung erneuern“, schildert Ostermann und spricht von einer „schwierigen Situation für alle“. Der Wasser- und Bodenverband Wieren hat schließlich gerade mal einen Jahresetat von 10 000 Euro und die Rohrleitungen erstrecken sich auf eine Länge von 100 Metern. Doch schon in den nächsten Wochen kann sich klären, wie sich das Land entschließt. Bis dahin muss sich der 74-Jährige Mühlenbesitzer Friedrich Müller, dessen Ur-Großvater die Mühle käuflich erwarb, noch gedulden, auch wenn es ihm schwer fällt: „Es muss was passieren – das ist ja traurig anzusehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare