Wrestedter Bauausschuss befasst sich mit überackerten Wegeseitenstreifen

„Das ist ein Thema mit Sprengstoff“

Überackerte Wegeseitenstreifen sind auch in der Gemeinde Wrestedt ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Laut Bauamtsleiter Alexander Kahlert sollten die Landwirte sensibler mit dem Thema umgehen. Foto: Lohmann
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Überackerte Wegeseitenstreifen sind auch in der Gemeinde Wrestedt ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Laut Bauamtsleiter Alexander Kahlert sollten die Landwirte sensibler mit dem Thema umgehen.

Wrestedt. Feldwege, die einmal fast elf Meter breit waren, aber nur noch auf eine Breite von gerade mal vier Meter kommen: Das Überpflügen von Grünstreifen und Feldwegen ist ein Dauerbrenner auf dem Lande.

Der Unmut von Einwohnern über diese Praxis wurde jetzt wieder bei einer Sitzung des Wrestedter Bauausschusses deutlich. Es könne nicht sein, dass plötzlich fast ein Meter eines Weges fehlen, beklagte ein Anwohner.

„Das ist seit Jahrzehnten ein Thema und dazu eines mit viel Sprengstoff“, sagte Bauausschussvorsitzender Michael Bombeck (Grüne). Von der Überackerung der Wege seien Landwirte, Bevölkerung und die Natur gleichermaßen betroffen. Dieses Problem müsse klar angesprochen werden. „Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern im Gespräch mit den Landwirten. Wir wollen keinen Landwirt ans Kreuz nageln“, betonte Bombeck. Oft sei das Überflügen der Feldwege ein schleichender Prozess, der eine Folge von Unwissenheit und Bequemlichkeit sei.

Bauamtsleiter Alexander Kahlert geht davon aus, dass fast 99 Prozent aller Feldwege mehr oder weniger überackert sind. Bei 45 Zentimetern rechts und links würde die Gemeinde kein Fass aufmachen. „Wir schießen nicht mit Kanonen auf Spatzen“, so Kahlert. Wo es massive Überackerungen gebe, handele die Gemeinde. Wichtig sei, dass die Bürger vor Ort erstmal das Gespräch suchten und die Landwirte sich für das Thema sensibilisierten. Denn im Endeffekt nutzten sie illegal den Boden der Gemeinde. Die Grenze des Verständnisses sei für ihn dann erreicht, wenn Landwirte sich noch darüber beschwerten, dass sie von ihren Äckern etwas abgeben müssten. „Da muss die Gemeinde für sich in Anspruch nehmen, dass sie ihr Gebiet sichert“, stellt Kahlert klar.

„Ich wurde auch schon mal erwischt und lasse den Weg jetzt breiter liegen“, berichtete Landwirt und Ausschussmitglied Steffen Knust (CDU). Oft geschehe das Überackern über mehrere Generationen hinweg als schleichender Prozess. Zum Teil auch, weil die genauen Grenzen der Äcker unbekannt seien. Da nütze auch modernste Technik wie GPS nichts, da es eben keine Ackergrenzen erkennen könne. „Ich bin wie viele andere Landwirte auch gesprächsbereit“, fügte Ausschussmitglied Falk Müller (CDU) an. Wichtig sei jetzt, dass die Beschwerden gesammelt werden, um sich ein genaues Bild von der Lage zu machen.

Von Lars Lohmann

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