Malena Graulo berichtet

Teures Gut Gesundheit: Wrestedterin finanzierte Eingriffe gegen das Lipödem selbst

Malena Graulo aus Wrestedt leidet an der kaum erforschten Krankheit Lipödem. Die aus ihrer Sicht nötigen Eingriffe hat sie selbst finanziert.
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Malena Graulo aus Wrestedt leidet an der kaum erforschten Krankheit Lipödem. Die aus ihrer Sicht nötigen Eingriffe hat sie selbst finanziert.

Wrestedt – Sport und gesunde Ernährung sind wichtig, doch damit allein lassen sich die krankhaften Fetteinlagerungen, welche das Lipödem verursacht, nicht beseitigen.

Malena Graulo aus Wrestedt entschied sich während des frühen Stadiums der kaum erforschten Krankheit im vergangenen Jahr für den operativen Weg (AZ berichtete) und hat nun den zweiten Eingriff hinter sich gebracht.

„Ursprünglich sollte der Termin Anfang April sein, doch dann kam Corona“, sagt Malena Graulo. Der Kindergarten schloss und sie hatte keine Betreuung für die Kinder. „Ich habe den Termin dann auf den 4. Mai gelegt, da hatte mein Mann Urlaub.“

Im September 2019 wurden die Oberschenkel der Wrestedterin operiert. Dieses Jahr waren die Unterschenkel dran. „Bei mir wurde ja im Vergleich zu anderen Frauen, die ich über soziale Netzwerke kennengelernt habe, noch wenig Fett abgesaugt.“ Ihr sei wichtig gewesen, rechtzeitig zu handeln. Ein teures Vergnügen, denn: „Die Krankenkassen übernehmen das nur bei Frauen, die bereits stark eingeschränkt sind. Diesen Weg wollte ich nicht gehen.“

Die Krankenkassen begründen die Ablehnung der Kostenübernahme damit, dass nicht erwiesen ist, dass die Maßnahme zu dauerhafter Besserung führt. „Es kann wiederkommen, das spielt im Kopf eine große Rolle und begleitet einen die ganze Zeit“, offenbart die zweifache Mutter ihre Bedenken. Eine Studie über den Nutzen der Operationen sei für dieses Jahr mit ausgewählten Frauen geplant gewesen. „Die liegt wegen Corona auf Eis“, weiß Malena Graulo.

Genau wie nach der ersten OP habe sie an den behandelten Stellen auch fast vier Monate später noch leichte Taubheitsgefühle. Schlimmer sei aber die allgemein fehlende Akzeptanz. „Wenn ich jemandem erzählt habe, woran ich leide, musste ich mir immer anhören, wie schlank ich doch sei. Dass ich aber von Anfang an die Schmerzen und andere Probleme hatte, das interessiert nicht“, macht sie ihrem Ärger Luft. Mittlerweile würde sie das gar nicht mehr erwähnen. „Warum soll ich mich noch darüber ärgern?“

Was der nicht nur finanziell hohe Einsatz letztendlich bringt, wird sich frühestens im kommenden Mai zeigen, wenn nach einem Heiljahr die Abschlussbesprechung stattfindet. „Dann sieht man erst, was ist. Ganz zufrieden bin ich noch nicht“, verrät Malena Graulo. VON ANDREAS URHAHN

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