Politik beschließt Geschwindigkeitsbegrenzung auf sechs Anwohnerstraßen

Tempo 30 im Wrestedter Norden

Weil die Straße Fischteichsfeld in Wrestedt schnurgerade und sehr breit ist, wird dort häufig zu schnell gefahren. Auf Vorschlag eines Anwohners wird dort und in fünf benachbarten Straßen nun Tempo 30 eingeführt.
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Weil die Straße Fischteichsfeld in Wrestedt schnurgerade und sehr breit ist, wird dort häufig zu schnell gefahren. Auf Vorschlag eines Anwohners wird dort und in fünf benachbarten Straßen nun Tempo 30 eingeführt.

Wrestedt – Sie ist schnurgerade, fast 500 Meter lang und sehr breit: Die Straße Fischteichsfeld in Wrestedt verleitet aus baulichen Gründen dazu, mit dem Auto zu schnell zu fahren.

Jetzt hat die Wrestedter Kommunalpolitik beschlossen, im Fischteichsfeld und in fünf benachbarten Straßen Tempo 30 einzuführen. Es handelt sich um Nordstraße, Graf-Grote-Straße, Gartenstraße, Ilmenauweg und Wiesenweg. Damit wird der gesamte Bereich nördlich der Bahnhofstraße zur verkehrsberuhigten Zone. Aktuell sind dort maximal 50 km/h erlaubt.

Den Anstoß hatte Christopher Damm, Anwohner des Fischteichsfelds, gegeben. Er hatte vor einigen Monaten schriftlich bei der Gemeinde Wrestedt beantragt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Straße auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. „Hier wohnen viele Familien mit Kindern“, sagt Damm, der selbst Familienvater ist, im AZ-Gespräch. Zudem befindet sich direkt neben der Straße ein Spielplatz.

Es handele sich um ein reines Wohngebiet. „Deshalb muss man hier nicht 50 fahren“, meint Damm. Ohnehin seien viele Fahrzeuge zu schnell unterwegs. „Es tut keinem weh, wenn man hier Tempo 30 einführt“, erklärt er. Denn schließlich diene das der Sicherheit.

Wrestedts stellvertretender Gemeindedirektor Alexander Kahlert bestätigt, dass im Fischteichsfeld regelmäßig zu schnell gefahren wird. Zwar sei es eine Anliegerstraße, dort herrsche aber auch Durchgangsverkehr – als Abkürzung von der Uelzener Straße – zum Edeka-Markt an der Bahnhofstraße.

Und noch etwas komme hinzu: Auf den Grundstücken gebe es überall Parkplätze, neben der Fahrbahn im Fischteichsfeld zudem fast durchgängig Parkbuchten. Das habe zur Folge, dass die Autos nicht auf der Straße abgestellt werden, wo sie das Tempo des Verkehrs drosseln würden, erläutert Kahlert.

Die Tempo-30-Zone solle so schnell wie möglich eingeführt werden. „Wir werden jetzt beim Landkreis das Aufstellen der Schilder beantragen“, kündigt Kahlert an. Die Kreisbehörde habe der Gemeinde auch empfohlen, den verkehrsberuhigten Bereich auf die fünf benachbarten Straßen auszudehnen. Es sei aber wichtig, dass die Einhaltung von Tempo 30 regelmäßig kontrolliert wird. „Sonst haben wir nichts gewonnen. Ich will nicht hoffen, dass das nur eine trügerische Sicherheit ist“, sagt Kahlert.

Christopher Damm begrüßt die Entscheidung, die 30er-Zone einzuführen. Ihm ist aber bewusst, dass es auch Anwohner gibt, die dagegen sind. Doch er sagt: „Wenn mir jemand drei Gründe für Tempo 50 in dieser Straße nennen kann, wäre ich sehr beeindruckt.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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