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Tempo 30 in Wieren - nicht so einfach wie gedacht

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Von: Bernd Schossadowski

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Ein Auto fährt gerade über die Straße „Zur alten Mühle“ in Wieren.
Anwohner Björn Nolte wünscht sich auf der Straße „Zur alten Mühle“ in Wieren eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Doch das ist rechtlich nicht so einfach umzusetzen, erklärt die Gemeindeverwaltung. © Bernd Schossadowski

Dass es rechtlich manchmal gar nicht so einfach ist, eine Geschwindigkeitsbeschränkung einzuführen, erlebten jetzt die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde Wrestedt. In ihrer Sitzung ging es um Tempo 30 auf der Straße „Zur alten Mühle“ in Wieren.

Wieren – Soll auf der Straße „Zur alten Mühle“ in Wieren Tempo 30 eingeführt werden? Über diese Frage diskutierte jetzt der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Wrestedt. Der Anlass war ein schriftlicher Antrag des Anwohners Björn Nolte. Er hatte nach Aussage von Gemeindedirektor Michael Müller moniert, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge, Kleinbusse von Handwerksbetrieben und Autos mit teilweise überhöhter Geschwindigkeit über die Straße „Zur alten Mühle“ fahren. Dabei handele es sich recht häufig um auswärtige Fahrzeug-Kennzeichen. Eine Beschilderung mit Tempo 30 könnte dort Abhilfe schaffen, schlug Nolte vor.

Doch diese Geschwindigkeitsbegrenzung sei nicht so einfach zu bewerkstelligen, erklärte Müller. Die Anordnung müsse die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises treffen. Eine besondere Gefahrenlage im Bereich „Zur alten Mühle“, die die Einführung von Tempo 30 erfordere, sehe der Landkreis aber nicht. Das hätten Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen durch die Behörde ergeben.

Die einzige Möglichkeit seitens der Gemeinde Wrestedt wäre, statt einer einzelnen Straße einen verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, in dem Tempo 30 gilt. Dieser würde dann auch die Dorfstraße, die Wiesenstraße, den Bollenser Weg und weitere anliegende Straßen im Ort umfassen. Dem würde sich der Landkreis nicht widersetzen, sagte Müller.

Zuvor müsste die Gemeinde für den gesamten Bereich aber ein Verkehrskonzept erstellen. „Und wenn ich 30er-Zonen ausweise, muss es auch jemand überwachen. Wenn das nicht passiert, bringt uns das nichts“, gab Müller zu bedenken. Allerdings sieht er aktuell keine Notwendigkeit, einen verkehrsberuhigten Bereich zu schaffen, denn vor Ort ge-

be es mehrere Kreuzungen mit Rechts-vor-links-Regelung, die automatisch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge reduzierten. „Ein Schild aufzustellen, passiert immer, um das Gewissen zu beruhigen“, meinte Müller. Sein Fazit: „Ich kann es nicht begrüßen, dort in einem großen Bereich eine Tempo-30-Zone auszuweisen.“

Bauamts-Mitarbeiterin Johanna Rößler verwies auf einen weiteren Aspekt. „In diesem Bereich müssten mindestens zehn Tempo-30-Schilder aufgestellt werden“, schätzte sie. Das sei natürlich mit Kosten für die Gemeinde verbunden.

Dagegen sprachen sich Teile des Ausschusses dafür aus, eine verkehrsberuhigte Zone in Wieren einzuführen. „Langfristig wäre das sicherer, als wenn dort Tempo 50 gilt“, meinte Jürgen Hirte (SPD). Seiner Einschätzung nach sind es aber nicht primär Auswärtige, die auf der Straße „Zur alten Mühle“ zu schnell fahren. „Meistens sind es die Leute, die da wohnen“, mutmaßte Hirte.

Nach Ansicht des Ausschussvorsitzenden Steffen Knust (CDU) gibt es noch einige offene Fragen zu klären. Er beantragte deshalb, das Thema zur weiteren Beratung in die politischen Fraktionen zu verweisen. Anschließend soll es erneut im Bau- und Umweltausschuss diskutiert werden. Damit stieß Knust auf breite Zustimmung. Die Gemeindeverwaltung werde den Fraktionen jetzt die bislang nicht veröffentlichten Messdaten der Straßenverkehrsbehörde zur Verfügung stellen, kündigte Müller an.

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