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Super-Stahl gegen aggressiven Rost

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Von: Bernd Schossadowski

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Die Brücke über den Bornbach in Neumühle ist marode. Deshalb wird sie demnächst abgerissen und neugebaut. Gleiches gilt für die beiden Brücken am Barnbrucher Weg und am Kahnhorster Weg bei Stadensen. Fotos: Schossadowski / Lohmann
Die Brücke über den Bornbach in Neumühle ist marode. Deshalb wird sie demnächst abgerissen und neugebaut. Gleiches gilt für die beiden Brücken am Barnbrucher Weg und am Kahnhorster Weg bei Stadensen. © Schossadowski

Stadensen. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits im März beginnen und bis zum Sommer abgeschlossen sein. Doch daraus wird nichts. Der mehr als 600 000 Euro teure Abriss und Neubau von drei maroden Brücken in der Gemarkung Stadensen verzögert sich weiter.

Nun soll voraussichtlich Ende August Baubeginn sein, teilt Alexander Kahlert, Vize-Verwaltungschef der Samtgemeinde Aue und der Gemeinde Wrestedt, mit.

Konkret geht es um zwei Brücken über den Bornbach – bei Neumühle und am Barnbrucher Weg – sowie um eine über den Eisenbach am Kahnhorster Weg. Für die geplante Erneuerung hat die Verwaltung lange Zeit keinen geeigneten Hersteller von extra-dickem Stahl für die Spundwände der Brücken gefunden.

Alexander Kahlert
Alexander Kahlert © Lohmann

Genau solcher Stahl ist aber bei zwei der drei Bauwerke erforderlich. „Wir haben dort aggressives Wasser im Untergrund gefunden“, berichtet Johanna Rößler, Mitarbeiterin im Bauamt der Samtgemeinde Aue. Im Bach gebe es mooriges Wasser, das den Stahl der Spundwände stärker als gewöhnlich angreife und ihn zum Rosten bringe. „Das Ziel ist aber, dass die neuen Brücken hundert Jahre halten“, erläutert Rößler. Europaweit habe die Verwaltung nach Ingenieurbüros gesucht, die errechnen können, wie dick der Stahl sein muss, um nicht vorzeitig zu rosten. Durch Zufall sei man letztlich auf ein Büro in Braunschweig gestoßen, das diese Berechnung angestellt habe.

Darüber hinaus musste eine Firma gefunden werden, die besonders dicken Stahl herstellt. „Schließlich sind wir in Luxemburg fündig geworden“, sagt Rößler. Wegen voller Auftragsbücher könne das Unternehmen aber erst in vier Wochen liefern. Baubeginn sei zu Beginn der 35. Kalenderwoche, und zwar mit der Brücke in Neumühle. Danach folgen die beiden anderen. „Ende November sollen alle drei fertig sein“, erklärt Kahlert.

Doch der Liefer-Engpass beim Stahl war nicht der einzige Grund für die Verzögerung. „Wir mussten auch noch abklären, ob an den Brücken Bombenfunde aus dem Zweiten Weltkrieg zu erwarten sind“, schildert der Vize-Verwaltungschef. Denn im April 1945 tobte bei Stadensen eine Panzerschlacht. Zum Glück habe sich aber herausgestellt, dass es an den Brücken keine Blindgänger gebe, so Kahlert.

Die Baukosten für die Erneuerung der drei Brücken beziffert er auf rund 607 000 Euro. Ursprünglich hatte die Verwaltung nur mit Ausgaben von 516 000 Euro gerechnet. Auch das ist eine Folge der guten Auftragslage der Baufirmen. Knapp zwei Drittel der Summe übernimmt die Gemeinde Wrestedt, den Rest die Samtgemeinde Aue. „Für Wrestedt ist das schon ein Schluck aus der Pulle“, sagt Kahlert.

Von Bernd Schossadowski

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