Schädling bedroht vor allem Kiefern / Probefällungen in den Wierener Bergen

Auf der Suche nach der Forleule

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Pavel Plasil (2. von links) und Armin Menge (4. von links) suchen zusammen mit Kollegen nach Eiern der Forleule.

Wieren. Es gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wenn der Schädlingsexperte Pavel Plasil von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt nach den grünen stecknadelkopfgroßen Eiern der Forleule an den Nadeln einer frischgefällten Kiefer in den Wierener Bergen sucht.

Der Nachtfalter sei vor allem eine Gefahr für Kiefernbestände, weil dessen Larven die Nadeln der Bäume fressen und das im schlimmsten Fall zum Absterben der Bäume führen kann, so der Experte.

„Wir haben in den Pheromonfallen vermehrt Falter gefunden, die den Grenzwert von 100 Tieren überschritten“, berichtet Armin Menge, Leiter des Forstamts Uelzen. Wenn die Population eine gewisse Schwelle überschreite, könne es schnell gefährlich für die Kiefern werden, die den Hauptteil des Baumbestandes im Landkreis Uelzen bilden. Dann zähle jeder Tag, um die Larven zu bekämpfen. Daher habe man den Experten gerufen. Die Bekämpfung würde dann aus der Luft erfolgen. Die Kosten für die Probefällungen im Privatwald übernehme die Waldmärkerschaft.

Beim genauen Betrachten der gefällten Kiefer gibt Experte Plasil aber vorerst Entwarnung. Rund 1000 Eier müsste man auf einem Baum finden, wenn ein akuter Schädlingsbefall des Waldes droht. Hier findet Plasil zusammen mit den Revierförstern der betroffenen Gebiete gerade mal ein paar Dutzend Eier. „Der Kälteeinbruch jetzt hat für einen Einbruch bei der Population gesorgt“, erklärt Plasil.

Obwohl die Probefällungen vorerst Entwarnung geben, sei es aber trotzdem wichtig, die Revierförster auf die Forleule aufmerksam zu machen. „Wir haben einen Trend: 2016 wurde nur bei einem Revier der Grenzwert überschritten. Jetzt sind es schon fünf“, berichtet Plasil. Dies könnte darauf hindeuten, dass im nächsten Jahr ein größerer Befall mit Forleulen-Larven droht. Denn der Forleulenbestand unterliege Zyklen und steigere sich langsam zu einem Höhepunkt, um dann wieder abzuflauen. Deshalb sei es wichtig, im Winter eine sogenannte Puppenzählung in den auffälligen Gebieten zu machen.

Entscheidend ist aber laut Menge auch immer das Wetter. „Eigentlich hofft ein Förster immer auf einen eher nassen und kalten Sommer. Dann gibt es auch nicht so viele Schädlinge.“

Von Lars Lohmann

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