Feuerwehr Rätzlingen feiert 120-jähriges Bestehen / Kinderfeuerwehrleute probten wie die Großen

Spritzenmeister und löschende Kids

Übung unter echten Bedingungen: Unter Aufsicht durfte der Nachwuchs löschen. Fotos: Bleuel

Rätzlingen. 120 Jahre alt wird die Freiwillige Feuerwehr Rätzlingen in diesen Tagen und die alte Handdruckspritze war fast immer dabei. An diesem Wochenende zwar nicht im Einsatz, aber doch ein Hingucker auf dem Schulgelände.

Da stand sie und hat doch schon mehr Jahre „auf dem Buckel“ als die Freiwilligen.

Gemeinsam anpacken: Junge und alte Hasen traten zusammen an.

Mit einfachen Löschgeräten wie Ledereimer, Feuerpatschen, Feuerhaken und Leitern ging die Rätzlinger Pflichtfeuerwehr gegen Brände vor. 1870 kaufte die Gemeinde Rätzlingen eine Handdruckspritze. Ein gewaltiger Fortschritt. Gezogen wurde die Spritze von zwei Pferden. Die Bedienung übernahmen vier Männer, die sogenannten Spritzenmeister. Nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Juni 1892 fassten die Gemeindevertreter den Beschluss, die „Gemeindespritze“ für fünf Jahre an die Feuerwehr abzutreten. Der Vertrag wurde nach Ablauf der Frist immer wieder erneuert. Bis heute ist die Handdruckspritze immer noch voll funktionstüchtig. Den Geburtstag ihrer Feuerwehr feierten die Rätzlinger mit einem Fest der Traditionen. Die Wettkämpfe mit benachbarten und befreundeten Wehren wurden nach alten Richtlinien durchgeführt. Die „Eimerfestspiele“ brachten die erwartete Spannung, viele Aktionen und schnelle Zeiten.

Zuschauermagnet und eigentlicher Höhepunkt des Festes war eine Übung der Rätzlinger Kinderfeuerwehr. Normalerweise geht der Nachwuchs noch nicht mit technischem Gerät um, an diesem Tag aber machte man eine Ausnahme. Die Knirpse wagten sich an eine Übung wie die Großen. Mit Kuppeln, Schläuche verlegen und echtem Wasser.

Der achtjährige Gruppenführer Kalle begeisterte mit seinen Meldungen und Kommandos. Da konnte nichts mehr schief gehen. Unterstützt wurden die Kinder bei ihrer Übung durch die Rätzlinger Traditionsgruppe, die allein schon aus Sicherheitsgründen helfend zur Seite stand. Die starke Leistung der Feuerwehr-Kids wurde mit lang anhaltendem Beifall belohnt.

Und natürlich kamen die Besucher des Festes auch auf ihre Kosten. Und das nicht nur bei Kaffee, Kuchen und einer süffigen Maibowle. Selbst aktiv werden konnte man beim Kampf gegen einen Brandherd. Der richtige Umgang mit einem Feuerlöscher konnte geübt werden.

Von Ulrich Bleuel

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