Samtgemeinde lotet Finanzierung aus / Land fördert nur Krippenplätze

Pläne für Kita-Neubau in Wrestedt: Schwierige Suche nach Zuschüssen

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Melanie Schabert, Leiterin der Wrestedter DRK-Kindertagesstätte, führte den CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer, Verwaltungschef Harald Benecke und dem Samtgemeinderats-Politiker Max Lemm (hinten von rechts) durch das 1974 eröffnete Kita-Gebäude. 

Wrestedt. Am Gebäude der DRK-Kindertagesstätte Wrestedt nagt der Zahn der Zeit. Das Dach ist an mehreren Stellen undicht, es gab in den vergangenen Jahren drei Wasserrohrbrüche und es fehlt an modernem Schallschutz.

Zudem herrscht in dem 1974 eröffneten Gebäude räumliche Enge. Ein Neubau ist daher dringend erforderlich. Die entscheidende Frage ist jedoch: Wie kann die Samtgemeinde Aue dabei finanzielle Unterstützung vom Land Niedersachsen bekommen?

Das wollten Verwaltungschef Harald Benecke, Kita-Leiterin Melanie Schabert und der CDU/WGA/FDP-Gruppenchef im Samtgemeinderat, Max Lemm, jetzt vom Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer (CDU) wissen, der zu Besuch im Wrestedter Kindergarten war. „Es gibt Fördermittel des Bundes für den Ausbau der Kinderbetreuung, die das Land eins zu eins weiterleitet“, berichtete Hillmer. Allerdings gebe es eine Einschränkung: Während der Bund die Zuschüsse für Kinder bis sechs Jahre zur Verfügung stelle, schränke das Land die Verwendung auf den Krippenbereich – also bis drei Jahre – ein.

Doch auch diese Mittel könnte die Samtgemeinde gut gebrauchen, denn sie plant aufgrund gestiegener Anmeldezahlen eine Erweiterung der Wrestedter Krippe. Dort gibt es derzeit eine Gruppe mit 15 Kindern. Das Gebäude steht neben der Kita und wurde 2009 in Betrieb genommen. Laut Benecke existieren zwei Alternativen: Entweder könnte ein Anbau an der Krippe erstellt werden oder im geplanten Kita-Neubau würden Räume für ein bis zwei weitere Krippengruppen eingerichtet.

Grundsätzlich erhalten die Kommunen für den Krippenausbau in Niedersachsen eine Förderung von 12 000 Euro pro geschaffenem Krippenplatz und 4000 Euro für einen Kindertagespflegeplatz, sagte Hillmer. „12 000 Euro sind kein schlechter Satz“, meinte er. „Ich werde mich dahinterklemmen, dass die Mittel hierher kommen.“

Hillmer befürchtet jedoch, dass die Samtgemeinde Aue den Kita-Neubau mit einem hohen Eigenanteil erstellen muss. Seine Empfehlung: „Prüfen Sie, ob man die beiden Gebäude – Krippe und Kindergarten – verbinden darf oder ob es eine kleingedruckte Bestimmung gibt, dass sie baulich getrennt sein müssen.“

Unabhängig davon seien die jährlichen Ausgaben der Samtgemeinde für die Kinderbetreuung stark gestiegen – von 800 000 Euro vor zehn Jahren auf nunmehr rund 1,5 Millionen Euro, sagte Benecke. „Für uns ist das finanziell eine große Belastung“, ergänzte Lemm. Benecke hofft, dass die Samtgemeinde für das neue Kita-Gebäude möglicherweise eine Bedarfszuweisung des Landes für besonders finanzschwache Kommunen erhält. Politik und Verwaltung seien sich jedenfalls einig, dass der Neubau „so zeitnah wie möglich“ errichtet werden soll.

Von Bernd Schossadowski

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