Mit Schirm, Walze und Asphalt

Ausbau der L 270 bei Wieren läuft auf Hochtouren – Neue Decke für die Fahrbahn

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Enorme Hitze herrscht im Umfeld des Asphaltfertigers. Das Baumaterial ist 168 Grad heiß, wenn es vom Lkw in die Mulde abgeladen wird. Zum Schutz vor der Sonne haben die Arbeiter zudem einen Schirm aufgespannt.

Wieren/Esterholz – Der Sonnenschirm ist in diesen Tagen unverzichtbar beim Ausbau der L 270.

Der Asphaltfertiger ist von seinen Dimensionen her ein wahres Ungetüm.

Einen solchen Schattenspender haben die Bauarbeiter neben dem Asphaltfertiger aufgespannt, mit dem derzeit der neue Fahrbahnbelag auf einem etwa 3,7 Kilometer langen Teilstück zwischen Wieren und dem Esterholzer Kreuz eingebaut wird. Von oben brennt die Sonne, auch neben der Maschine herrschen extreme Temperaturen. Kein Wunder: Der Asphalt ist 168 Grad heiß, wenn er vom Lkw in den Fertiger gekippt wird.

Mit Walzen wird der Asphalt gleichmäßig auf der Fahrbahn der L 270 verteilt.

„Das ist schon ganz schön anstrengend“, bestätigt Martin Kolwig, Polier der in Magdeburg ansässigen Baufirma, im AZ-Gespräch. „Da hilft nur viel trinken. Wir haben jede Menge gekühltes Wasser dabei.“ Es dampft und staubt, wenn der Asphalt von der Materialschnecke, einem Aufbau neben dem Fertiger, auf der Fahrbahn verteilt wird. Danach sorgen fünf Walzen dafür, dass die Decke gleichmäßig und eben ist.

„Pro Quadratmeter Straße werden 200 Kilogramm Asphalt verwendet“, erklärt Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der Straßenmeisterei Uelzen. Zwischen Wieren und dem Esterholzer Kreuz werden insgesamt 3.700 Tonnen Asphalt eingebaut, das entspricht 148 Lkw-Ladungen.

Zunächst fährt ein Lastwagen langsam rückwärts an den Fertiger heran und lädt die heiße Fracht in dessen Mulde ab. Von dort wird der Asphalt gleichmäßig in der Schnecke verteilt. Ein Arbeiter überwacht den Materialfluss. „Er stellt die Höhe und Neigung der Schnecke ein, damit die geforderten Maße stimmen“, erläutert Kolwig.

Der langsam über die L 270 rollende Fertiger strahlt enorme Hitze aus – ein schweißtreibender Job für die Arbeiter. „Da ist man abends schon ein bisschen geschafft“, verrät der Polier und fügt schmunzelnd hinzu: „Aber das sind alles harte Jungs, die sind wetterfest.“ Außerdem seien sie eine seit Jahren eingespielte Truppe. „Man muss auf den Millimeter genau bauen. Das kann man nicht mit einem zusammengewürfelten Team machen.“

Kurz nach Pfingsten hat der Ausbau der Straße begonnen. Diese wurde dazu vollständig gesperrt. Im ersten Abschnitt zwischen dem Esterholzer Kreuz und Bollensen wurde nur die Fahrbahndecke erneuert. Südlich davon – in Richtung Wieren – musste wegen der Straßenschäden auch die Tragschicht ausgetauscht werden. Gleiches gilt für den dortigen Parkplatz neben der L 270.

Die Arbeiten in den Seitenräumen und die Fahrbahnmarkierung folgen ab dem heutigen Montag. „Wir wollen Ende nächster Woche mit allem fertig sein“, sagt Kapak-Wendt. Danach werde auch die Straßensperrung aufgehoben. Die Baumaßnahme kostet rund 780.000 Euro und wird vom Land finanziert. „Im Idealfall hält das Ganze zehn bis zwölf Jahre, je nachdem, wie stark der Schwerlastverkehr ist“, erklärt Kapak-Wendt.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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