Architekt begutachtete am Dienstag Feuchtigkeitsschäden in Wrestedt

Schimmel im Kindergarten-Dach – Gebäude weiterhin geschlossen

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Durch das Flachdach des 44 Jahre alten Kindergartens in Wrestedt dringt Regen ein. Dadurch sind Schimmelschäden im Dach entstanden. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, will die Samtgemeinde Aue heute mit einem Architekten besprechen.

Wrestedt. Vor einem Monat wurde der DRK-Kindergarten Wrestedt bis auf Weiteres geschlossen, weil es durch das undichte Flachdach in die Räume hineinregnete. Seitdem sind die Kinder im örtlichen Jugendzentrum untergebracht.

Jetzt steht fest: Eine baldige Rückkehr in das 44 Jahre alte Kindergartengebäude wird es nicht geben, denn die Feuchtigkeitsschäden sind weitaus größer als befürchtet.

„Es gibt erhebliche Beeinträchtigungen der Raumluft durch Schimmelpilzbefall im Dach“, teilt Alexander Kahlert, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, mit. Das habe eine Untersuchung durch ein Baubiologie-Büro ergeben. Schon seit einiger Zeit habe es in Teilen des Kindergartens muffig gerochen. Laut Kahlert hat das Büro auch den Fußboden untersucht. Dort sei aber kein Schimmel festgestellt worden. Nicht betroffen sei das benachbarte, erst rund zehn Jahre alte Krippengebäude.

Der Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Alexander Kahlert

Mit einer bloßen Reparatur der undichten Stellen im Flachdach sei es nicht getan, meint Kahlert. Die Samtgemeinde Aue als Eigentümerin der Immobilie lege Wert auf „eine ganzheitliche bauliche Betrachtung und Bewertung des Gebäudes durch einen Bausachverständigen“. Dazu ist für heute ein Rundgang durch den Kindergarten mit einem Architekten vorgesehen. Dieser soll prüfen, ob außer dem Dach noch weitere Bereiche des Gebäudes erneuert werden müssen und wie teuer das wird. Wie es danach weitergeht, müssen die politischen Gremien entscheiden.

Alle Maßnahmen seien mit dem DRK als Kita-Betreiber, der Kindergartenleitung und dem Landkreis als kommunaler Aufsichtsbehörde abgestimmt. Auch die Landesschulbehörde wurde eingeschaltet. Die betroffenen Eltern seien ebenfalls informiert worden. „Wir wollen mit offenen Karten spielen“, betont Kahlert.

Bis neue Erkenntnisse vorliegen, werden die Kinder im Jugendzentrum betreut. „Wir haben aber noch eine räumliche Alternative im Hinterkopf. Sie befindet sich im Bereich Wrestedt/Stadensen“, sagt Kahlert, will dazu aber noch keine Einzelheiten nennen. Auf jeden Fall scheide das ehemalige Jugendzentrum in Stadensen aus, denn dieses sei für die Unterbringung von etwa 80 Kindern viel zu klein.

Kahlert hofft, dass die Schäden im Kindergarten rasch behoben werden können. Doch sollte das nicht möglich sein, komme die Samtgemeinde im schlimmsten Fall um einen Neubau nicht herum. Dann müsse man mit dem Landkreis und dem niedersächsischen Innenministerium über die Finanzierung sprechen, denn die Samtgemeinde befindet sich noch im Zukunftsvertrag und kann sich eine millionenschwere Investition nicht leisten. „Aber wir können die Kinder ja nicht im Regen stehen lassen“, sagt Kahlert – und meint das nicht nur im übertragenen Sinn.

Von Bernd Schossadowski

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