Neue Anlage zur Klärschlamm-Vererdung in Wrestedt soll im Frühjahr 2019 gebaut werden

Mit Schilfbecken in die Zukunft

Auf dieser Fläche südlich der Wrestedter Kläranlage sollen die drei Schilfbecken für die Klärschlamm-Vererdung im Jahr 2019 gebaut werden. Details dazu stellte jetzt Ingenieur Dr. Holger Pabsch dem Betriebsausschuss der Samtgemeinde Aue vor.

Wrestedt. Die Samtgemeinde Rosche macht es vor und baut gerade drei Becken für die Klärschlamm-Vererdung (AZ berichtete). Nun stellt auch die Samtgemeinde Aue die Weichen für ein solches Vorhaben.

Im Betriebsausschuss präsentierte das Hildesheimer Ingenieurbüro Pabsch und Partner jetzt neue Details zum Bau von drei Vererdungsbecken südlich der Wrestedter Kläranlage, der 2019 beginnen soll. Die Ausschussmitglieder nahmen das auf 1,33 Millionen Euro geschätzte Projekt zustimmend zur Kenntnis.

Derzeit wird der in der Samtgemeinde Aue anfallende Klärschlamm noch maschinell eingedickt. Dabei wird ihm Wasser entzogen. Künftig soll das durch Verdunstung in den Vererdungsbecken geschehen. Es handelt sich um mit Schilf bewachsene Beete, in denen sich Drainageschichten aus Sand und Kies befinden.

Dr. Holger Pabsch

„Jedes der drei Becken soll 2835 Quadratmeter groß werden. Die Tiefe beträgt jeweils 2,50 Meter“, erklärte Dr. Holger Pabsch, Chef des Ingenieurbüros. Durch das Wachstum von Schilf werde Sauerstoff in die Beete eingetragen. Auf diese Weise könne die organische Schlammsubstanz bis auf 30 Prozent abgebaut werden. „Wir gehen von einer Lagerdauer von 12 bis 15 Jahren aus“, sagte Pabsch.

Der Klärschlamm, der dann noch übrig sei, könne landwirtschaftlich verwertet oder verbrannt werden. Allerdings sei unklar, wie lange es gesetzlich noch erlaubt ist, den Schlamm auf Feldern zu verteilen. „Ich hoffe, dass es bei der landwirtschaftlichen Klärschlamm-Verwertung bleibt. Denn wenn wir ihn tatsächlich in die Verbrennung geben sollten, kostet das exorbitant mehr“, meinte Betriebsleiter Alexander Kahlert mit Blick auf die künftige Entwicklung der Abwassergebühren.

Doch könnten die Vererdungsbecken durch Starkregen überlaufen? Das wollte Ausschussvorsitzender Michael Bombeck (Grüne) wissen. „Da die Drainage sehr gut funktioniert und Schilf gut Wasser aufnehmen kann, sind da keine Schäden zu erwarten“, antwortete Pabsch.

Er ging auch auf die Energie-Einsparung ein, die dank der Vererdungsbecken möglich werde. Die mechanische Schlamm-Eindickung, die bislang in der Wrestedter Kläranlage in Betrieb sei, verbrauche viel Strom. Durch die Vererdung lasse sich der Energieverbrauch um mehr als 95 Prozent reduzieren. „Wir sparen somit jährlich 82 Tonnen CO2 bei der Schlammentwässerung und weitere 10 Tonnen beim Abtransport ein“, prognostizierte Pabsch.

Außerdem stellte er den Zeitplan für den Bau der Anlage vor. Die Ausschreibung soll zum Jahreswechsel erfolgen. „Der Baubeginn wäre dann im April, die Inbetriebnahme im November 2019.“

Von Bernd Schossadowski

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