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Schilfbecken für den Klärschlamm

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Von: Bernd Schossadowski

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Noch wird der anfallende Klärschlamm in der Wrestedter Kläranlage mit einer Siebbandpresse entwässert. Doch künftig soll das auf natürliche Weise in Vererdungsbecken geschehen. Archivfotos: bs / stk/ fz
Noch wird der anfallende Klärschlamm in der Wrestedter Kläranlage mit einer Siebbandpresse entwässert. Doch künftig soll das auf natürliche Weise in Vererdungsbecken geschehen. © Archivfotos: bs / stk/ fz

Wrestedt. Auch wenn es bis zu den Festtagen noch etwa vier Monate sind, gab es für die Samtgemeinden Aue und Rosche bereits jetzt ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: Für den Bau von Klärschlamm-Vererdungsbecken erhalten die beiden Kommunen satte Zuschüsse von der EU.

Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und decken 50 Prozent der jeweils kalkulierten Gesamtkosten.

Harald Benecke
Harald Benecke © Archivfotos: bs / stk/ fz

Die schriftlichen Zuwendungsbescheide der NBank liegen nun vor, bestätigten gestern Aues Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke und Rosches Vize-Verwaltungschef Rolf Musik auf AZ-Anfrage. Für die geplante Ver- erdung neben der Kläranlage in Wrestedt erhält die Samtgemeinde Aue eine Förderung in Höhe von 665 000 Euro. Die Samtgemeinde Rosche wiederum bekommt 672 500 Euro für den Bau ihrer Vererdungsbecken, die an die Roscher Kläranlage angrenzen. ie berichtet, soll der anfallende Klärschlamm in den mit Schilf bewachsenen und mit einer Kiesschicht bedeckten Vererdungsanlagen durch natürliche Verdunstung entwässert werden. Das spart Energiekosten und schafft zudem langfristige Planungssicherheit. Denn es ist unklar, wie lange es rechtlich noch erlaubt sein wird, Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen auszubringen.

Rolf Musik
Rolf Musik © Archivfotos: bs / stk/ fz

„Wir haben noch letzte Grundstücksangelegenheiten mit dem Eigentümer der Erweiterungsfläche zu klären. Danach werden wir die Bauarbeiten zügig ausschreiben“, erläutert Benecke. Ein Alternativ-Vorschlag wird auf Beschluss der Politik hingegen nicht weiter verfolgt. Zwischenzeitlich war erwogen worden, den Klärschlamm nicht in Wrestedt zu vererden, sondern über unterirdische Leitungen zur Uelzener Kläranlage zu pumpen. Das habe sich jedoch als nicht wirtschaftlich herausgestellt, so Benecke. uch in Rosche ist die Freude über den Förderbescheid groß. Dort sind außer den drei Vererdungsbecken noch weitere Investitionen auf der Kläranlage geplant, unter anderem der Bau eines neuen Sandfangs und eines Rechens. Zudem soll das bisherige Klärschlamm-Silo als Ausgleichsbecken für das Abwasser genutzt werden. „Aus diesem Pufferspeicher wird das Schmutzwasser dann kontinuierlich – über 24 Stunden am Tag – dem Klärprozess zugeführt“, schildert der Vize-Verwaltungschef. Dadurch können die tagsüber auftretenden Bearbeitungsspitzen und die geringen Mengen in der Nacht ausgeglichen werden. „Das spart viel Energie“, weiß Musik. Außerdem müsse der Klärschlamm künftig nicht mehr aufwendig entwässert werden.

Von Bernd Schossadowski

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