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Infoveranstaltung zum Bahnausbau in Stederdorf und Wrestedt

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Von: Oliver Huchthausen

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Luftbild auf den Bahnübergang in Stederdorf mit den neuen Planungen.
Die Bahn plant beim Ausbau Lärmschutzwände und weitere Maßnahmen für die Anwohner in Stederdorf und Wrestedt. Die Schranken werden allerdings rund 30 Minuten pro Stunde unten sein. © Bahn/Oliver Huchthausen

Gut gefüllt war der „Alte Schafstall“ am Freitagabend in Stederdorf, als der Verein „Dorfleben Wrestedt“ die Pläne der Deutschen Bahn AG zum Ausbau der Amerikalinie vorstellte. Dessen zweiter Vorsitzender Markus Nieber zeigte, wie sich die Flächen rund um die Bahngleise baulich verändern würden und mit welchen Maßnahmen und Einschränkungen künftig zu rechnen sei.

Stederdorf – Zur Erinnerung: Die Amerikalinie Stendal-Bremen soll bis 2028 zweigleisig ausgebaut werden. Für den Bereich Aue ist das der sogenannte Ostkorridor Nord. Dort sollen die Baumaßnahmen ab 2025 beginnen. Der Ausbau wird Folgen sowohl für die Stederdorfer als auch für die Wrestedter haben: Der Zugverkehr wird von derzeit 104 Durchfahrten bis 2030 auf 268 ansteigen. Damit verbunden sind erhöhte Lärmbelastung und Erschütterung sowie eine drastische Verlängerung der Schrankenschließzeiten auf rund 30 Minuten pro Stunde.

268 Durchfahrten und eine halbe Stunde Schrankenschließzeit pro Stunde

Bei diesem Thema wird es emotional im Saal: „Ich stehe doch nicht eine halbe Stunde vor der Schranke, nur um zu Edeka zu kommen“, lautet der Einwand. Und auch wenn sich die halbe Stunde auf zehnminütige Intervalle verteilt: Die Stederdorfer, die sich mit den Wrestedtern als Dorfgemeinschaft verstehen, fühlen sich abgeschnitten. Und das Thema Bahnübergang sorgt noch für weiteren Unmut, denn die Bahn sieht keine Notwendigkeit für eine Fußgänger-Über- oder Unterführung, nicht einmal an der den derzeitigen Halbschranken soll etwas geändert werden. „Das ist mindestens grob fahrlässig“, sind sich die Zuhörer einig. Gerade für die oft im letzten Moment eintreffenden Schüler, die dann noch schnell über die Gleise zum wartenden Zug laufen, entstehe erhöhtes Gefahrenpotential.

Alle gesetzlichen Vorgaben werden erfüllt, heißt es seitens der Bahn. Dazu zählen vor allem der Schall- und Erschütterungsschutz. In der Samtgemeinde Aue sollen auf insgesamt 12,3 Kilometern Schallschutzwände mit einer Höhe zwischen zwei und fünf Metern über Schienenoberkante errichtet werden. Um Erschütterungen abzumildern, ist auf einer Länge von 1,8 Kilometern eine sogenannte Schwellenbesohlung vorgesehen. Im besonders sensiblen Bereich soll zusätzlich auf 150 Metern eine Unterschottermatte verlegt werden.

Samtgemeinde bietet juristische Unterstützung an

Auch hier gibt es Konfliktpotential, insbesondere bei den Anliegern, deren Häuser in Gleisnähe stehen. Der Knackpunkt ist der zulässige Dezibelwert, der sich an der Art der Bebauung orientiert. Während der Grenzwert für Mischgebiete bei 54 Dezibel angesetzt ist, gilt für reine Wohngebiete ein Wert von 49 Dezibel. Die vorliegenden Karten seien aber nicht mehr aktuell. Die Samtgemeinde, rät, derartige Fragen bei den anstehenden Informationsabenden der Deutschen Bahn AG anzusprechen und bietet juristische Unterstützung an.

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