55 Verbesserungen für das Dorf ausgearbeitet – aber Zweifel an Finanzierung

Schicksal in Wierens Hand

+
Mehrere konkrete Maßnahmen für die Verbesserung der Lebensumstände in Wieren sollen im Januar der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Archivfoto: Schoop

Wieren. Die zweite Runde der Workshops für „Unser Lebensraum Wieren 2030 – Eine Dorfgemeinschaft packt an“ ist abgeschlossen. Zweck des Projektes: Das Dorf soll wohnenswerter werden. Dazu gehören Verbesserungen bei Verkehr, Versorgung, Wohnungen oder Wirtschaft.

Viele Wierener arbeiten ehrenamtlich in mehreren Arbeitsgruppen daran. Auslöser für das Vorhaben war die Schließung des Edeka-Marktes von eineinhalb Jahren.

Nach der zweiten Runde der Workshops zum Thema sind insgesamt 55 Einzelmaßnahmen ausgearbeitet worden. Aber die beteiligte Gemeindeverwaltung pocht auf zumindest ein Problem: Das Geld fehlt.

Die Einzelmaßnahmen haben die Teilnehmer in vier Themenbereichen ausgearbeitet und nun mittlerweile mit Prioritäten, Zuständigen und einer Einschätzung der Kosten versehen. Mitte Januar sollen sie alle zusammen in einem Gesamtkonzept vorgestellt werden. Darunter fällt beispielsweise: Mögliche Organisationsformen eines Dorfladens, Reduzierung des Schwerlastverkehrs auf der Landesstraße 270, Sanierung der Turnhalle oder das Schaffen von Räumen für Jugendliche. „Es wird sehr konkret werden“, sagt Professor Dr. Arnd Jenne von der Ostfalia Hochschule Suderburg, der das Projekt fachlich begleitet. Das betreffe unter anderem Hinweisschilder für Wirtschaft und Gastronomie oder eine Erweiterung der Broschüre des Arbeitskreises Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG).

Alexander Kahlert, stellvertretender Gemeindedirektor Wrestedts, lobt das Engagement. Inhaltlich sagt er: „Das sind die Vorstellungen der Teilnehmer. Das ist völlig legitim.“ Dann verpasst er dem Ganzen aber einen Dämpfer: „Ich bin bei einigen Punkten mehr als skeptisch. Alles, was mit Kosten verbunden ist, muss man genau angucken.“ Denn die Kommune ist im Zukunftsvertrag, muss sparen und jede Ausgabe von Kommunalaufsicht und Land absegnen lassen.

Aber nicht alle Projekte würden von der Gemeinde mitfinanziert werden müssen, erklärt Professor Jenne. Außerdem nahe ab 2014 eine neue Förderperiode für EU-Mittel. Und er baut auf engagierte Bürger: „Auch von privater Seite muss man sich engagieren. Nicht unbedingt finanziell, sondern indem man etwas tut. Die Wierener können ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.“

Von Kai Hasse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare