Neue Lampen sind störanfällig und verursachen Extra-Kosten

Die Schattenseiten der LED-Leuchten

+
Die Steuergeräte der erst vor wenigen Jahren in der Gemeinde Wrestedt installierten LED-Leuchten fallen immer wieder aus und müssen ausgetauscht werden.

Wrestedt. Die Hoffnungen in der Gemeinde Wrestedt waren groß, doch sie haben sich nur zum Teil erfüllt. Mit der vor fünf Jahren gestarteten schrittweisen Umrüstung der Straßenlampen auf moderne LED-Leuchten würden die Stromkosten sinken, hieß es damals.

Das ist tatsächlich eingetreten. Musste die Gemeinde 2012 dafür noch 50 900 Euro aufwenden, waren es 2016 nur noch 20 100 Euro.

Doch nun sind an anderer Stelle Schwierigkeiten aufgetreten – und diese frustrieren Politik und Verwaltung. „Die LED-Technik ist offenbar noch nicht ganz ausgereift. Wir haben Probleme damit, das führt zu zusätzlichen Kosten“, berichtete Wrestedts Vize-Gemeindedirektor Alexander Kahlert jetzt im Bau- und Umweltausschuss.

„Die Steuergeräte in den Lampenköpfen fallen immer wieder aus und müssen deshalb ausgetauscht werden“, schilderte Johanna Rößler, Mitarbeiterin im Bauamt der Samtgemeinde Aue. In den vergangenen beiden Jahren seien in der Gemeinde etwa 35 LED-Leuchten ausgefallen – mehr als zehn Prozent dieser Lampen. Elektrofachbetriebe hätten dann neue Steuerungen eingebaut. Über die Ursache der wiederholten Ausfälle kann Rößler nur mutmaßen: „Es mag an alten Kabeln im Erdreich liegen, die zu Spannungsschwankungen führen.“

Der Fehler liege eindeutig an der Technik in den Lampen. Weil es darauf fünf Jahre Garantie gebe, müsse die Gemeinde die Leuchten nicht bezahlen, wohl aber die Montage. „Im Schnitt entstehen Montagekosten von 100 bis 160 Euro pro Lampe“, erklärte Rößler. Denn der Austausch der Steuergeräte sei aufwendig. Die Lampenköpfe befänden sich in 3,50 bis acht Metern Höhe. Ein sicherer Austausch der Steuereinheiten sei daher nur unter Einsatz einer zugelassenen Leiter oder einer Arbeitsbühne möglich. „Der zeitliche Aufwand für den Austausch der Steuerung beträgt, inklusive An- und Abfahrt, etwa eine Stunde“, sagte Rößler.

Sie verwies darauf, dass die Gemeinde die Lieferung der Lampenköpfe seinerzeit getrennt von der Montage ausgeschrieben habe. Das rächt sich nun. „Ich habe schon damals gesagt: Es ist Mist, wenn man so etwas in zwei Lose aufteilt. Das ist unglaublich, was da passiert ist“, ärgerte sich Ausschussmitglied Klaus Cichy (SPD). Und so sind im Haushalt 2017 für die Straßenbeleuchtung auch nicht 20 000 Euro – entsprechend der Höhe der zu erwartenden Stromkosten angesetzt, sondern vorsorglich 44 100 Euro.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare