Viele kaputte Schmutzwasserkanäle in Samtgemeinde Aue

Sanierung für 15,5 Millionen Euro

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Die Samtgemeinde Aue plant, ihre Schmutzwasserkanäle in den kommenden 20 Jahren zu sanieren. Die Gesamtkosten für das 114 Kilometer lange Netz betragen geschätzte 15,5 Millionen Euro.

Wrestedt/Bad Bodenteich. Für die Samtgemeinde Aue wird es eine Mammut-Aufgabe, die sie in den nächsten 20 Jahren Schritt für Schritt angehen will: Teile der Schmutzwasserkanalisation sind dringend sanierungsbedürftig.

Im Betriebsausschuss der Samtgemeinde stellte Daniela Stahlberg von der Celler Ingenieurgesellschaft Heidt und Peters jetzt das Vorkonzept für eine Kanalsanierung vor. Und die dürfte kostspielig werden.

Die Schmutzwasserkanäle in der Samtgemeinde sind insgesamt 114 Kilometer lang. Eine vollständige Sanierung würde laut Daniela Stahlberg rund 15,5 Millionen Euro kosten. Würden nur die Kanäle in den beiden schlechtesten der insgesamt fünf Zustandsklassen saniert, entstünden geschätzte Kosten von zehn Millionen Euro bei einer Länge von etwa 28 Kilometern.

Das Vorkonzept basiert auf den Ergebnissen von Kamerabefahrungen in knapp der Hälfte des Kanalnetzes und auf der Auswertung statistischer Daten, zum Beispiel des Baujahres der Kanäle. Die ältesten stammen aus den 1950er-Jahren. Den dringendsten Handlungsbedarf sieht die Ingenieurgesellschaft in Bad Bodenteich, Wrestedt und Stederdorf. Dort sollten die Sanierungen kurzfristig beginnen, empfehlen die Experten. Dahinter folgen Bollensen, Wieren und Esterholz. Typische Kanalschäden sind Risse, Scherbenbildung, Wurzeleinwuchs und undichte Muffen.

„Wrestedt und Bad Bodenteich haben als Erste angefangen, die Schmutzwasserkanalisation anzuschließen. Es ist klar, dass dort die größten Probleme vorherrschen“, sagte Alexander Kahlert, Betriebsleiter der Samtgemeinde-Kläranlage. Für die Sanierung müssten aber nicht in jedem Fall Straßen oder Gehwege aufgebrochen werden, erklärte Ralf Sauer, Mitarbeiter von Heidt und Peters. Einige undichte Rohre könnten im Inliner-Verfahren repariert werden. Dabei werden zum Beispiel Glasfaser- oder Filzschläuche in den Kanal eingezogen.

Wie und in welcher Reihenfolge die Kanäle saniert werden sollen, ist allerdings noch unklar. Das Ziel ist aber, 2018 damit zu beginnen. Auch über die Finanzierung müssen Politik und Verwaltung beraten.

Der Ausschuss nahm das Vorkonzept zustimmend zur Kenntnis. Trotzdem sorgten die Kosten für Aufsehen. „Das erschlägt einen ja förmlich und wird sich stark auf die Abwassergebühren auswirken“, meinte Gerhard Pollehn (CDU). Das glaubt Kahlert aber nicht. „Es könnte in den nächsten zehn Jahren zu einer geringfügigen Erhöhung der Abwassergebühr um fünf bis zehn Cent pro Kubikmeter kommen“, sagte er. Schon seit Jahren liegt der Kubikmeterpreis bei 2,80 Euro.

Die Samtgemeinde schiebe die Kanalsanierung schon seit langer Zeit vor sich her, gab Joseph Zettelmaier (WGA) zu bedenken. „Es ist unstrittig, dass wir das in Angriff nehmen müssen.“ Nun wird der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss darüber diskutieren.

Von Bernd Schossadowski

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