Ja zu Urnenbestattungen im Wald

Samtgemeinde Aue will vereinzelte Beisetzungen unter Bäumen prüfen

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Der Bau- und Friedhofsausschuss der Samtgemeinde Aue hat sich dafür ausgesprochen, vereinzelte Urnenbestattungen unter Bäumen zu ermöglichen. Ein größerer Bestattungswald scheidet derzeit aber aus mehreren Grünen aus.

Wrestedt/Bad Bodenteich – Werden in der Samtgemeinde Aue demnächst Urnenbestattungen unter Bäumen erlaubt? Diese Möglichkeit zeigte die Verwaltung jetzt in der Sitzung des Bau- und Friedhofsausschusses auf.

Zwar werden zunächst die politischen Fraktionen darüber beraten, doch der Ausschuss zeigte sich gegenüber dieser neuen Bestattungsform bereits aufgeschlossen.

Angedacht sind aber nur einzelne Baumbestattungen. Die Einrichtung eines größeren Bestattungswaldes in der Samtgemeinde scheide derzeit aus, erklärte Vize-Verwaltungschef Alexander Kahlert. Das käme nur in Betracht, wenn eine geeignete Waldfläche im Besitz der Samtgemeinde Aue oder ihrer Mitgliedsgemeinden als neuer Friedhof angelegt würde. Fakt sei, dass derzeit keiner der 20 Friedhöfe in der Samtgemeinde als Bestattungswald geeignet sei, so Kahlert. Sollte die Kommune eine Extra-Fläche erwerben und anlegen, wäre das mit erheblichen Kosten verbunden.

Doch sind vereinzelte Baumbestattungen auch auf vorhandenen Friedhöfen möglich? Dazu hat sich die Verwaltung beispielhaft die Friedhöfe in Heuerstorf und Emern angesehen. „Es gibt nur einen geeigneten Baum in Heuerstorf für solche Bestattungen. In Emern kämen hingegen einige Bäume dafür in Frage“, berichtete Kahlert.

Nicht geeignet sei hingegen der Waldfriedhof in Wrestedt, weil die Bäume dort zu dicht stehen und nicht langlebig sind. Die Alternative wäre die Herrichtung einer Bestattungsfläche hinter dem Wrestedter Friedhof. Das wäre aber nur auf lange Sicht realisierbar. Dazu müssten etwa 30 bis 40 Bäume ausgesucht und stabilisiert werden. Es könnte aber mehr als 20 Jahre dauern, bis die Bäume eine ausreichende Qualität für Bestattungen hätten.

Im Ausschuss stießen vereinzelte Urnenbeisetzungen unter Bäumen auf ein positives Echo. „Die Bestattungskultur hat sich in den vergangenen Jahren gewaltig geändert. Ich halte es für gut, wenn wir uns Gedanken darüber machen“, meinte Jürgen Wöhling (CDU). Er sprach sich dafür aus, auch andere Friedhöfe in der Samtgemeinde entsprechend zu untersuchen. Ein Bestattungswald wäre seiner Ansicht nach aber zu teuer. Dann müssten auch einige bestehende Friedhöfe geschlossen werden, befürchtet Wöhling.

Michael Bombeck (Grüne) hält einen Bestattungswald hinter dem Wrestedter Friedhof nicht für sinnvoll. „Geld für eine Extra-Fläche auszugeben und dann 20 Jahre zu warten, ist nicht im Interesse derjenigen, die es nutzen wollen“, sagte er.

Die Verwaltung soll nun Vorschläge machen, auf welchen Friedhöfen Baumbestattungen möglich wären. Nach der Beratung in den Fraktionen wird der Ausschuss erneut darüber diskutieren.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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