Letzte Ruhe unter Bäumen

Samtgemeinde Aue will neue Bestattungsform auf ihren Friedhöfen prüfen

Nur auf wenigen Friedhöfen in der Samtgemeinde Aue, wie hier in Emern, gibt es alte Bäume, unter denen Urnenbestattungen möglich wären. Alternativ schlägt der Bauauschuss jetzt vor, junge Bäume zu pflanzen.
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Nur auf wenigen Friedhöfen in der Samtgemeinde Aue, wie hier in Emern, gibt es alte Bäume, unter denen Urnenbestattungen möglich wären. Alternativ schlägt der Bauauschuss jetzt vor, junge Bäume zu pflanzen.

Wrestedt/Bad Bodenteich – Auf den Friedhöfen in der Samtgemeinde Aue sollen künftig Urnenbestattungen unter Bäume angeboten werden. Das hat jetzt der Bau- und Friedhofsausschuss empfohlen.

Wo genau das möglich ist und wie hoch die Kosten für dieses neue Angebot sein werden, soll jetzt die Verwaltung in Erfahrung bringen. Laut Satzung sind Baumbestattungen auf den 21 Friedhöfen der Samtgemeinde bislang nicht erlaubt.

„Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Bestattungskultur auf unseren Friedhöfen erhalten können“, sagte Jürgen Wöhling (CDU). Es gelte, dem Trend zu begegnen, dass immer mehr Verstorbene aus der Samtgemeinde auf auswärtigen Friedhöfen beigesetzt werden, weil dort Baumbestattungen möglich seien, betonte er. Dadurch verstärke sich das Dilemma der steigenden Kosten für die Unterhaltung der hiesigen Friedhöfe.

Auf Wunsch der Politik hat die Verwaltung die Friedhöfe in der Samtgemeinde Aue unter die Lupe genommen. Geprüft wurde, wo überhaupt Baumbestattungen möglich sind. „Auf dem größten Teil der Friedhöfe kommen entweder keine oder nur sehr wenige Bäume in Frage“, berichtete Sachbearbeiterin Amelie Kessler dem Ausschuss. Als Beispiele nannte sie Emern, Heuerstorf, Langenbrügge und Lüder, wo es vereinzelt alte Bäume gibt.

Dagegen stehen auf den Friedhöfen in Schafwedel, Soltendieck, Kakau und Nienwohlde gar keine Bäume. In einigen anderen Orten gibt es nur Nadelbäume, die wegen ihrer kürzeren Lebensdauer nicht für Urnenbestattungen in Frage kommen.

„Alter Baumbestand muss nicht unbedingt vorhanden sein, um Baumbestattungen durchzuführen“, erwiderte Wöhling. „Man kann auch junge Bäume pflanzen und dort Urnengrabstätten einsetzen.“ Als Vorbild nannte er einen Friedhof in Franken, auf dem er 2019 bei einer Beerdigung gewesen sei. Dort gebe es neu gepflanzte Bäume, unter denen Urnenbestattungen angeboten würden.

Michael Bombeck (Grüne) begrüßte diesen Vorschlag. „Grundsätzlich müssen wir uns von der Vorstellung eines Waldfriedhofs mit uralten Eichen verabschieden“, sagte er. Junge Bäume könnten mit dem Klimawandel besser klarkommen. Mit Blick auf die Kosten im Friedhofswesen und den wachsenden Wunsch nach Baumbestattungen erklärte Bombeck: „Wir müssen uns anpassen, um unsere Friedhöfe wieder attraktiver zu machen.“

Das sah Tankmar Sauer (WSL) genauso. „Wir müssen bürgernah agieren. Das Bestattungswesen hat sich geändert“, sagte er und regte an, auf einigen Friedhöfen in der Samtgemeinde mit Baumbestattungen zu beginnen, um zu sehen, wie dieses Angebot angenommen wird.

Letztlich beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, sich bei der Friedhofsverwaltung in der fränkischen Kommune über die dortigen Baumbestattungen zu informieren. Danach sollen die politischen Fraktionen und später noch einmal der Ausschuss darüber beraten.

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