Eltern kommen 2016 zu Wort

Samtgemeinde Aue will den Ganztags-Grundschulbedarf ermitteln

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Offene Ganztags-Grundschulen in Bad Bodenteich, Wieren und Wrestedt? Dazu sollen 2016 die Eltern befragt werden.

Wrestedt/Bad Bodenteich. Wie groß ist das Interesse der Eltern an einer offenen Ganztagsbetreuung ihrer Kinder in den Grundschulen Bad Bodenteich, Wieren und Wrestedt?

Das will die Samtgemeinde Aue im nächsten Jahr im Rahmen einer Fragebogen-Aktion herausfinden, kündigte Verwaltungschef Harald Benecke jetzt im Schulausschuss der Samtgemeinde an. Zuvor sei dazu ein Informationsabend für Eltern geplant, der „zügig, noch vor Weihnachten“ stattfinden solle.

In Wieren sei das Interesse an einer offenen Ganztagsbetreuung groß, berichtete Elternvertreterin Kirstin Rungweber. Die Eltern von 120 Kindern, die die örtliche Krippe oder Kita besuchen, und von 40 Kindern aus den ersten und zweiten Klassen der Grundschule seien im Sommer dazu befragt worden. Das Ergebnis: Für 51 Kinder wünschen sich die Eltern eine offene Ganztagsbetreuung. „Wieren würde es sehr begrüßen“, sagte Rungweber. „Man müsste es ausprobieren.“

In offenen Ganztags-Grundschulen können die Kinder an mindestens drei Nachmittagen pro Woche freiwillig an einem Betreuungsangebot teilnehmen. Regulärer Unterricht wird in dieser Zeit nicht geboten. Diesen gibt es nur in gebundenen Ganztags-Grundschulen, für die in Niedersachsen aber zurzeit die gesetzliche Grundlage fehlt.

Vor allem berufstätige Eltern würden ein verlängertes Betreuungsangebot für ihre Kinder in Wieren sehr begrüßen, sagte Grundschulleiter Wolfgang Hadel. Auch sein Kollegium habe sich dafür ausgesprochen. Nachmittags könnte zum Beispiel Hausaufgaben-Betreuung angeboten werden. „Damit könnte man ein Stück Benachteiligung aufheben“, meinte Hadel. Zwischen zwölf und 15 Kinder würden an der Grundschule Wrestedt das Ganztagsangebot in Anspruch nehmen, schätzt Schulleiterin Annette Schneider. „Je kleiner die Zahl ist, desto schwieriger wird es für uns, das auf die Beine zu stellen.“ Denn für jedes Kind, das für die Ganztags-Betreuung angemeldet wird, bekomme die Schule nur 0,1 Lehrerstunden. Deshalb wäre ein verlängertes Angebot erst ab 40 Kindern möglich, „weil ich sonst nicht genügend Stunden zur Betreuung zusammenbekomme“, erklärte Schneider. Auch Bodenteichs Grundschulleiterin Ursula Karfeld würde ein offenes Ganztagsangebot begrüßen. „Was das Land uns gibt, ist aber nicht genug“, bedauerte sie. Würde ein Drittel der Bodenteicher Grundschüler die Nachmittagsbetreuung an vier Tagen an Anspruch nehmen, bekäme die Schule 18 Lehrerstunden. „Wir brauchen dafür aber 30 Stunden, und das auch nur für eine Betreuung bis 15 Uhr“, sagte Karfeld. Ihr Fazit: „Es wird ganz schwierig.“

Von Bernd Schossadowski

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