„Sachargumente zählen“

Die neue Vorzugstrasse der A 39 (rot) rückt näher als ursprünglich geplant an Lehmke heran. Das hat vielfältige Gründe. Foto: Niedersächsische Straßenbaubehörde

Lehmke. Grundsätzlich ist die Gemeinde Wrestedt für den Bau der A 39 – zumindest laut Ratsbeschluss vom Juli 2006. Doch zu dieser Zeit sah die Trassenführung noch anders aus als jetzt nach der jüngsten Arbeitskreis-Sitzung zum Abschnitt vier. Damals verlief die Trasse noch rund 600 bis 700 Meter östlich von Lehmke. Doch nun liegt die Trasse nur noch 550 Meter von Lehmke entfernt.

Alexander Kahlert von der Wrestedter Verwaltung betonte während des jüngsten Sitzung des Gemeinderates, dass es sich derzeit um den Vorplanungsstand handelt: „Es kann durchaus noch zu gravierenden Veränderungen kommen.“ Die Gründe sind in erster Linie Umweltbelange. „Es handelt sich dabei um einen Abwägungsprozess der niedersächsischen Straßenbaubehörde“, erklärt Kahlert. Die Windräder vor Hanstedt II seien nur ein Grund von vielen, die am Ende für die Trassenverschiebung gesorgt haben. Ein weiterer Grund ist beispielsweise die Hauptwindrichtung – allerdings bezogen auf den Lärmschutz. Sie ist nämlich ein Argument für die Verschiebung der Trasse von Hanstedt II weg, denn dadurch können Lärmschutzmaßnahmen eingespart werden.

Die Lärmwerte sind natürlich auch ein wichtiger Punkt für die Gemeinde und speziell für die Lehmker. „Der Nachtwert ist der einzuhaltende Wert auch für allgemeine Wohngebiete“, erklärt Kahlert. Dieser liegt bei 49 dB(A). „Nach ersten Schallberechnungen wird dieser Wert eingehalten“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter. Berechnet wurde der Wert auf der Grundlage, dass pro Tag 11 600 Fahrzeuge in jeweils jede Fahrtrichtung auf der A 39 fahren werden, davon ein Lkw-Anteil von rund 54 Prozent. Deshalb sind im Bereich um Lehmke keine Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen. Ersatzlos gestrichen wurde übrigens die PWC-Anlage östlich von Lehmke. Die beiden Kreisstraßen, die die A 39 kreuzen, werden jeweils unterschiedlich behandelt.

Die K 17 von Lehmke nach Hanstedt II wird mit Hilfe einer Brücke über die A 39 geführt, über die K 51 von Lehmke nach Kahlstorf hingegen verläuft die A 39 mithilfe einer Brücke. Die Dammhöhe beträgt jeweils sechs Meter. „Es haben noch keine Beteiligungsverfahren stattgefunden und noch ist uns als Gemeinde kein Recht beschnitten worden“, betont Kahlert.

Wenn es also Argumente gegen das Vorhaben der Straßenbaubehörde gibt, so bittet der Verwaltungsmitarbeiter darum, ihn zu informieren. „Es zählen Sachargumente“, unterstreicht Kahlert.

Von Jörn Nolting

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