Klares Ja zu Tunnel und Umfahrung

Runder Tisch zur „Amerikalinie Ost“: Örtliche Vereine legen Forderungen vor

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Rote Ampeln statt freier Fahrt auf der L 270 in Wieren: Die Schranken des Bahnübergangs sind wegen einer Zugdurchfahrt wieder einmal geschlossen. Bis zum Jahr 2030 sollen die Schließzeiten noch deutlich steigen. 

Wieren/Wrestedt – Sie waren mit klaren Forderungen in die jüngste Sitzung des runden Tisches zum zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Uelzen-Stendal, der „Amerikalinie Ost“, gegangen.

Und auch nach dem Treffen mit Vertretern von Politik, Verwaltung, Behörden und Deutscher Bahn in Bergen/Dumme sind die Vereine „Wieren 2030“ und „Dorfleben Wrestedt“ nicht von ihren Positionen abgerückt. „Die weitgehend unveränderte Beibehaltung der höhengleichen Bahnübergänge ist für uns nicht akzeptabel“, heißt es in ihrem Schreiben.

Wie berichtet, machen sich viele Bürger in Wieren, Stederdorf und Soltendieck große Sorgen über den deutlichen Anstieg der Zugzahlen bis 2030 auf der genannten Bahnstrecke. Nach der vorliegenden Prognose werden die Schranken dann tagsüber bis zu 36 Minuten pro Stunde geschlossen sein, nachts sogar bis zu 43 Minuten.

„Insbesondere der Bahnübergang in Wieren an der L 270 wird absehbar zu erheblichen Schwierigkeiten im Straßenverkehr und zu Beeinträchtigungen für die Dorfbevölkerung führen“, warnen die beiden Vereine. Der Einsatz von Rettungswagen, Feuerwehren und Polizei werde fast unmöglich werden, befürchten „Wieren 2030“ und „Dorfleben Wrestedt“. Zudem würden die zunehmenden Staus die Lebensqualität des Ortes massiv verschlechtern. Gleiches gelte für die Bahnübergänge an der Kreisstraße in Stederdorf und an der L 265 in Soltendieck.

Daher ist die Forderung der beiden Vereine klar formuliert: „Alle Verantwortlichen sind aufgefordert, jetzt mit Alternativplanungen für einen höhenungleichen Bahnübergang und eine Umfahrung des bestehenden Bahnübergangs zu beginnen.“

Auch für Fußgänger seien lange Schrankenschließzeiten nicht hinnehmbar, heißt es in dem Schreiben. Befürchtet wird, dass Reisende dann eine verbotene Gleisüberquerung wagen. „Dieses tödliche Risiko gilt es um jeden Preis auszuschalten“, betonen „Wieren 2030“ und „Dorfleben Wrestedt“. Deshalb müsse dort unbedingt eine Untertunnelung mit Rampen geschaffen werden. „In Wieren besteht Einvernehmen, dass der vorhandene Fußgängertunnel behindertengerecht erstellt wird und an der Nordseite ein neuer Zugang über den ,Treffpunkt Wieren‘ erfolgt“, erklärt Dieter Schoop, Schriftführer von „Wieren 2030“.

Nicht zuletzt schlagen beide Vereine vor, zusätzlich regionale runde Tische einzuberufen. Auf diesen soll die Problematik der Bahnübergänge diskutiert werden. Dabei müsse auch das Land Niedersachsen als Baulastträger der Landesstraßen vertreten sein, lautet die Forderung.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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