Offene Arme für Flüchtlinge

Rat Wrestedt gibt klares Bekenntnis zur Aufnahme in der Gemeinde ab

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Asylbewerber und Flüchtlinge sind in Wrestedt und in der Samtgemeinde Aue willkommen, die gesetzliche Zuteilungsquote wird erfüllt. Dieses Bekenntnis gab jetzt der Gemeinderat ab.

Wrestedt. „Wir stellen uns der Verantwortung und wollen die Menschen, die hier ankommen, mit offenen Armen aufnehmen. “ Sylvia Meier (SPD) äußerte jetzt im Wrestedter Rat ein klares Bekenntnis zur Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen in der Gemeinde.

„Damit setzen wir ein Zeichen, dass wir die Arbeit des Landkreises unterstützen, aber auch dafür, dass andere Kommunen aufwachen“, meinte sie mit Blick auf bislang nur geringe Asylbewerberzahlen in einigen anderen Samtgemeinden.

Dem schlossen sich die übrigen Ratsmitglieder an. Einstimmig sprachen sie sich dafür aus, dass die Samtgemeinde Aue die gesetzliche Zuteilungsquote erfüllt. Im Gegenzug soll der Landkreis aber weiterhin für die zentrale Organisation dieses Verfahrens zuständig sein, hieß es im Rat.

Andreas Dobslaw (SPD) warnte davor, dass der Landkreis eine Heranziehungssatzung erlassen könnte. Damit würden die Kommunen verpflichtet, auf eigene Rechnung Wohnraum zu schaffen und die Neuankömmlinge zu betreuen. „Das müssen wir verhindern, weil es uns viel Geld kosten würde“, sagte er.

Auch Dieter Schoop (CDU) forderte, die bestehende Verfahrensweise beizubehalten. „Es kann nicht sein, dass das Ganze auf die Gemeinden verlagert wird. Wir sollten dankbar sein, dass der Landkreis das macht – und dabei muss es auch bleiben“, betonte er.

Laut Verwaltungschef Harald Benecke sind derzeit 44 Asylbewerber und Flüchtlinge in der Samtgemeinde Aue untergebracht. Etwa zwei Drittel von ihnen leben im Flecken Bad Bodenteich, die anderen in Nettelkamp und Stederdorf. Im Herbst werden noch einmal 46 Personen in der Samtgemeinde erwartet, Anfang kommenden Jahres voraussichtlich weitere 136.

Eine zentrale Unterbringung in der Gemeinde Wrestedt sei nur auf privaten Gewerbeflächen in Wrestedt und Wieren möglich, erklärte Be-necke im AZ-Gespräch. „Unsere Gemeinde besitzt selbst keine Grundstücke für Gemeinschaftsunterkünfte.“ Darüber hinaus appelliert er an die Bürger, privaten Wohnraum für eine dezentrale Unterbringung zur Verfügung zu stellen. Interessierte können sich im Wrestedter Rathaus melden.

Von Bernd Schossadowski

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