Heimtierkrematorium Emern äschert vielleicht noch in diesem Jahr erste Tiere ein

Der Ofen läuft

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Seit Donnerstag läuft der Ofen im Heimtierkrematorium. Die Anlage muss trockengeheizt werden.

Emern. Der dunkle Schornstein ist das einzig sichtbare Zeichen: Das Heimtierkrematorium in Emern ist fast betriebsbereit.

Seit März hat Enrico Albrecht, der vor drei Jahren mit der Eichenhof Emern GmbH in Insolvenz ging, nach eigenen Angaben noch einmal 667 000 Euro in die Fertigstellung der Anlage investiert. Inzwischen ist auch der Ofen komplett. Seit Donnerstagmittag laufen die Brenner. Der Ofen muss trockengeheizt werden.

Bislang liefert Albrecht verstorbene Tiere an ein Tierkrematorium in Peckelsheim in Nordrhein-Westfalen. Nach seinen Angaben hat der Eichenhof bereits 4700 Einäscherungen erledigt, durchschnittlich 35 in der Woche: „Wir haben einen Zuwachs von 20 Prozent pro Jahr. Die Asche von 100 Tieren wurde im Garten beigesetzt.“ Die Auftraggeber reisen aus Hamburg, Hannover und Magdeburg an. Ihnen steht ein Raum zum Abschied von ihren Haustieren zur Verfügung.

Die Bürgerinitiative für ein lebendiges Emern befürchtet, dass bei der Verbrennung Dioxine und Furane freigesetzt werden könnten. Sie hatte bei einer Demonstration im Juli Filter gefordert. Albrecht betont, dass der hohe Ofen die Anforderungen bei weitem übertrifft. Die Tierkörper verbrennen bei einer Temperatur von mindestens 850 Grad, es folgen eine weitere Verbrennung im Knochenkasten sowie eine Nachverbrennung, jeweils bei mindestens 850 Grad. „Im Prinzip haben wir eine Einäscherungsanlage vom Standard eines Humankrematoriums“, sagt Albrecht. „Wir brauchen keine Filter.“ Ausschlaggebend sei die Energieeffizienz des gasbefeuerten Ofens.

Schon jetzt beschäftigt Albrecht vier Mitarbeiter, die verstorbene Tiere abholen und zum Krematorium in Peckelsheim transportieren, aber auch verrottbare Urnen, Aschesäckchen und Accessoires herstellen.

Zur Finanzierung mag sich Albrecht nicht äußern. Aues Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke berichtet auf AZ-Nachfrage, die Feuerbestattung Hohenburg habe den Eichenhof erworben. Deren Geschäftsführer Gerhard Büttner erklärte der AZ jüngst: „Da ist eine GmbH in Gründung. Ich bin da raus.“ Als Ansprechpartner nannte er Enrico Albrecht, der von familiären Beziehungen spricht. Bislang hat eine Neufirmierung nicht stattgefunden.

Die AZ besuchte das Krematorium, wie  am Montag im E-Paper und in der Printausgabe zu lesen ist.

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