Betroffene aus Walporzheim schildert ihre Erlebnisse

Noch immer Erschütterung über die Flutkatastrophe an der Ahr

Das Bild zeigt zerstörte Häuser an der Ahr.
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Die Flut hat im Ahrtal, wie hier in Mayschoß, viele Häuser komplett zerstört.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Die Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal sind noch immer sichtbar. Viele Häuser sind nicht mehr bewohnbar. Jacqueline Jonas aus Walporzheim bei Ahrweiler hat die Zerstörungen durch das Hochwasser aus erster Hand erlebt. Im Wrestedter Rathaus schilderte sie jetzt ihre Erlebnisse.

Wrestedt/Walporzheim – Auch einen Monat nach der Flutkatastrophe im Ahrtal ist Jacqueline Jonas vom Ausmaß der Zerstörungen noch immer erschüttert. Die junge Frau aus Walporzheim, einem Stadtteil von Ahrweiler, hat es bislang vermieden, besonders schwer betroffene Orte in ihrer Heimatregion zu besuchen. Den Anblick könne sie nervlich nicht ertragen, erzählt sie die AZ.

Am Mittwoch war Jacqueline Jonas zum Gespräch bei Verwaltungschef Michael Müller im Wrestedter Rathaus. Dort wurde eine neue Hilfsaktion besprochen: Aus der Samtgemeinde Aue werden 170 gefüllte Schultüten an zwei Kindergärten und eine Grundschule im Ahrtal gespendet.

Bei dem Treffen schilderte Jonas auch ihre persönlichen Eindrücke aus dem Hochwassergebiet. Dabei dankte sie dem Wrestedter Thomas Einig und dem Stadenser Joachim Evers, die Hilfsaktionen im Ahrtal gestartet hatten (AZ berichtete). „Ohne die freiwilligen Helfer aus ganz Deutschland wären wir nicht da, wo wir jetzt stehen“, sagte Jonas. „Hätten wir uns auf die Offiziellen verlassen müssen, wären wir verlassen gewesen. Unser Ort hat nach fünf Tagen zum ersten Mal eine Feuerwehr gesehen.“ Danach seien THW und Bundeswehr eingetroffen. „Aber auch die hätten es ohne die Helfer nicht geschafft.“

Die Flut habe den Hof ihrer Eltern in Walporzheim, auf dem sie mit ihrer Familie lebt, schwer getroffen. Die Bruchsteinmauer, auf der ihr Haus steht, habe sich um zehn Zentimeter verschoben. Deshalb musste das THW dort eine hölzerne Stützwand errichten. Zum Glück sei das Haus noch bewohnbar.

Die Schäden in den Gebäuden im Ahrtal seien immens. „In den Kellern und im Erdgeschoss muss alles weggeschmissen werden“, berichtete Jonas. Jetzt beginne die Phase, in der die Gebäude getrocknet werden müssten. „Wir brauchen jede Menge Baumaterial, um Böden und Wände wieder herzustellen.“

Die Hilfsbereitschaft, die das Ahrtal aus ganz Deutschland erfahre, sei überwältigend. Jedoch seien inzwischen fast zu viele Hilfsgüter eingetroffen. „Die Lager sind voll. Wir haben gefühlte 5000 Zahnbürsten. Auch Kleidung ist genug da, aber es gibt keine Schränke, in denen wir sie verstauen können“, so Jonas. Daher sei es sinnvoller, Geld auf die offiziellen Spendenkonten zu überweisen.

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