Esterholz: Korrosionsschutz und Pfeiler-Instandsetzung für Bauwerk am Elbe-Seitenkanal

Neuer Anstrich für Brücke 535

Aufwändiges Verfahren: Die Brücke bei der Esterholzer Schleuse bekommt einen neuen Korrosionsschutz mit einem mobilen Gerüst. Foto: Ph. Schulze

Esterholz. Es hört sich einfach an, ist es aber nicht: Brücke Nummer 535 bekommt einen neuen Korrosionsschutz und die Betonpfeiler werden überarbeitet. Bei der Brücke handelt es sich um das Bauwerk zwischen Uelzen und dem Esterholzer Kreuz und sie führt über den Elbe-Seitenkanal.

Besonders Autofahrern dürfte aufgefallen sein, dass seit einiger Zeit die Fahrbahn auf der Brücke verengt ist und Tempo 30 dort zählt.

„Es ist eine Verkehrsanordnung der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr“, sagt Frank Steinmann, Diplom-Ingenieur des Uelzener Wasser- und Schifffahrtsamtes. Zuständig für die Brücken als Bauwerke ist seine Dienststelle, die Behörde kümmert sich lediglich um den Straßenbelag. Doch da ein mobiles Baugerüst an der Brücke befestigt ist, muss eben die Straße verengt werden. „Wir benutzen aus statischen Gründen ein mobiles Gerüst“, erklärt Steinmann. Logisch, denn unter eben diesem Gerüst befindet sich das Wasser des Kanals. Und auch die Schiffe auf dem Wasserweg dürfen nicht unter dem Gerüst fahren, der Kanal ist an der Brücke halbseitig gesperrt. Seit einem halben Jahr wird an dem Bauwerk gearbeitet und die Maßnahme zieht sich bis in das nächste Jahr.

Bei der Baumaßnahme handelt es sich um eine Instandsetzungsmaßnahme. Steinmann: „Es ist wie der TÜV beim Auto. Die Brücke muss regelmäßig kontrolliert werden und gegebenenfalls saniert werden.“ Und so wurden die Betonpfeiler des Bauwerks mit Hochofenschlacke abgestrahlt und kleine Risse ausgebessert. Und auch der alte Korrisionsschutz musste von den Stahlträgern entfernt werden. „Dafür verwenden wir Kupferschlacke“, erklärt Bauleiter Stefan Schwarz von der Firma Bauschutz aus Hamburg. Damit von der Schlacke nichts im Wasser oder in der Erde landet, ist ein aufwändiges Schleusensystem notwendig, in dem in Unterdruck gearbeitet wird. Dabei wird der entfernte alte Korrisionsschutz mit Hilfe von einer Art Staubsauger entsorgt. Und auch die Arbeiter müssen durch drei Schleusen, ehe sie wieder ihren Arbeitsplatz verlassen dürfen. Erst dann wird der neue Korrisionsschutz auf die Stahlträger aufgetragen. „Wir tragen das Material in vier Schichten auf“, erklärt Schwarz. Allerdings nicht nach dem Motto „Viel hilft viel“, sondern im Mikrometer-Bereich. Die alte Schlacke wird gesondert entsorgt. Rund 500 000 Euro kostet die Maßnahme. Damit hinterher auch alles aussieht, wie gewünscht, begutachtet Jürgen Heitmann regelmäßig die Baustelle. Er führt die Bauaufsicht für das Uelzener Amt.

Von Jörn Nolting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare