Wrestedterinnen und BBS-I-Schüler haben gemeinsam Bücherschrank am Rathaus eingerichtet

Neuer Anlaufpunkt für Leseratten in Wrestedt

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Freude über den neuen Bücherschrank in Wrestedt: Die Initiatorinnen Helga Timm-Koltermann (links) und Jasmin Littek (4. von rechts) mit Fachpraxislehrer Peter Hartwig (2. von rechts) und den beteiligten Auszubildenden Bastian Fest, Jovina Brodde, Juri Grobecker und Vito Beckmann (von links) von der Berufsfachschule Holztechnik der Uelzener BBS I.

Wrestedt. Krimis stehen neben Kinderbüchern, Bildbände neben Sachbüchern, dazu gibt es zahlreiche Werke in englischer Sprache. Der neue Bücherschrank auf dem Rathausplatz in Wrestedt bietet kleinen und großen Literaturfans eine Menge zum Schmökern.

Mit Unterstützung des Vereins „Dorfleben Wrestedt“, der Gemeinde, der Berufsbildenden Schulen I in Uelzen und mehreren privaten und gewerblichen Spendern haben Helga Timm-Koltermann und Jasmin Littek das Projekt auf die Beine gestellt. Jetzt wurde der Bücherschrank offiziell eingeweiht.

„Bücher lesen hat keine schädlichen Nebenwirkungen. Und Bücher machen auch nicht dick“, scherzte Helga Timm-Koltermann bei der Eröffnung der neuen Attraktion. Die literaturbegeisterte Seniorin war mehr als zehn Jahre lang Lesepatin im Wrestedter Kindergarten, bevor sie 2016 von Jasmin Littek in dieser Funktion abgelöst wurde. Gemeinsam hatten die beiden die Idee, im Ort einen Bücherschrank ins Leben zu rufen.

„Der Rathausplatz ist dafür ideal geeignet, weil hier viele Leute vorbeikommen“, erklärte Helga Timm-Koltermann. Schnell gelang es ihr und Jasmin Littek, die BBS I und Wrestedts Gemeindedirektor Harald Benecke für das Vorhaben zu begeistern. Letzterer gab grünes Licht dafür, dass der Bücherschrank unter dem Vordach des Rathauses – rechts neben dem Eingang – eingerichtet werden durfte.

Um die Anfertigung des Schranks kümmerten sich die Auszubildenden Jovina Brodde, Vito Beckmann, Bastian Fest und Juri Grobecker von der Berufsfachschule Holztechnik der Uelzener BBS I. Unter Anleitung ihres Fachpraxislehrers Peter Hartwig arbeiteten die angehenden Tischler etwa sechs Wochen daran. Der Schrank besteht aus dunkelbraunen Waggonplatten, wie sie unter anderem bei der Herstellung von Autoanhängern verwendet werden. „Es handelt sich um Phenolharz-haltiges Sperrholz, das besonders witterungsbeständig ist“, erläuterte Hartwig. Robust sind auch die Schrankklappen aus Plexiglas.

Ab sofort dürfen die Bürger kostenlos Bücher mitnehmen oder eigene zum Tauschen dazustellen – egal, ob diese neu oder gebraucht sind. Viele der Werke hat Helga Timm-Koltermann aus ihrem reichhaltigen Fundus zur Verfügung gestellt. „Bücher sind überlebenswichtig. Sie sind wie ein Freund, der einen nie enttäuscht“, betonte sie. Zugleich dankte sie allen Beteiligten, insbesondere den vier BBS-I-Schülern, die sie liebevoll „Künstler“ nannte, und überreichte ihnen ein mit einer Geldspende gefülltes Einmachglas.

Auch Harald Benecke zollte dem Projekt großes Lob. „Das hier ist etwas Besonderes“, meinte er und versprach: „Wir werden ein Auge darauf werfen, damit kein Missbrauch damit betrieben wird.“

Von Bernd Schossadowski

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