Jetzt kommen die Schilfpflanzen

Neue Klärschlamm-Anlage bei Stederdorf: Zwei der vier Becken sind fertig

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Der Bau der Klärschlamm-Vererdungsanlage bei Stederdorf macht Fortschritte, auch wenn die Arbeiten in Zeitverzug sind. In zwei der vier Becken wurde bereits die Folie für die Schilf-Anpflanzung verlegt. Gestern trugen Arbeiter die ersten Schilfpflanzen in die Becken.

Stederdorf – Die neue Anlage zur Klärschlamm-Vererdung bei Stederdorf nimmt allmählich Gestalt an. Zwei der vier Becken sind bereits fertig.

„Die Schilfpflanzen sollen in den nächsten Tagen eingesetzt werden“, blickt Alexander Kahlert, Leiter des Abwasserbetriebs der Samtgemeinde Aue, im AZ-Gespräch voraus.

Die übrigen beiden Becken befinden sich hingegen noch im Rohbau. „Da fehlt noch die Folie. Damit diese verlegt werden kann, muss es mehrere Tage trocken sein. Das war aufgrund der nassen Witterung bislang nicht möglich“, berichtete Nils Schön, technischer Betriebsleiter der Celle-Uelzen Netz, jetzt im Betriebsausschuss der Samtgemeinde. Anschließend soll auch in diesen beiden Becken Schilf gepflanzt werden.

Jedes von ihnen ist rund 2.500 Quadratmeter groß. Der Klärschlamm, der dort eingeleitet wird, soll in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf natürliche Weise entwässert und in seiner Menge reduziert werden. Im Juni starteten die Bauarbeiten. Geplant ist, Teile der Anlage im November in Betrieb zu nehmen. Allerdings gab es beim Bau einen Zeitverzug – unter anderem, weil die Baufirmen aufgrund voller Auftragsbücher später mit den Arbeiten begonnen haben. „Die Schilfpflanzen werden nicht so früh in den Beeten sitzen wie erhofft. Sie sind jetzt im Herbst nicht mehr in der Wachstumsperiode“, sagte Schön. Die Pflanzen müssten zunächst vier bis acht Wochen anwachsen, bevor dort Klärschlamm eingebracht werden könne.

Zuvor hatte Mirko Rath, kaufmännischer Betriebsleiter bei der Celle-Uelzen Netz, dem Ausschuss die Finanzierung der Klärschlamm-Vererdungsanlage erläutert. Wie berichtet, wird diese mehr als zwei Millionen Euro kosten – deutlich mehr als ursprünglich kalkuliert. Damit die Samtgemeinde das Auskoffern der Becken und die Entsorgung des Klärschlamms in zehn bis 15 Jahren finanzieren kann, werden dafür jährliche Rückstellungen gebildet, sagte Rath.

Das stieß bei Ausschussmitglied Thomas Lampe (CDU) auf Unverständnis. „Es ist für den Bürger nur schwer nachvollziehbar, wenn wir das gleiche Geld, das wir jetzt für die Abfuhr des Klärschlamms sparen, zurücklegen“, meinte er. „Für den Gebührenzahler sieht das nicht nach einer Ersparnis aus.“ Nach Ansicht von Kahlert wäre es jedoch ungerecht, wenn künftige Gebührenzahler für den Klärschlamm zur Kasse gebeten würden, der schon jetzt anfalle. Deshalb seien die Rückstellungen sinnvoll.

Die große Unbekannte im Zusammenhang mit der neuen Anlage ist aber die künftige Abwassergebühr. Seit 2006 beträgt diese 2,80 Euro pro Kubikmeter. Kahlert schließt nicht aus, dass die Gebühr wegen der Kostensteigerung beim Bau der Anlage angehoben werden muss. Zur möglichen Höhe konnte er noch nichts sagen. Der Grund: In der Bilanz der Samtgemeinde Aue fehlen noch die finanziellen Bewertungen für die Abwassergrundstücke. Dazu müsse erst das Gespräch mit dem Rechnungsprüfungsamt und einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft abgewartet werden, warb Kahlert um Verständnis.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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