Bildungseinrichtung eingeweiht / Gemeinde spendet alte Chroniken

Neue Auetal-Schule in Lüder: Ein Projekt mit „Wahnsinn und Mut“

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Schuleiterin Simone Haase (2. von rechts), Trägervereins-Vorsitzende Madushani Monard (rechts) und das Architekten-Ehepaar Marcel Monard (links) und Carola Gräflich nahmen die alten Schulchroniken von Thomas Lampe, Hendrik Kunitz und Jürgen Schulze (von links) entgegen.

Lüder – „Je größer der Dachschaden, desto besser der Blick auf die Sterne“ – dieser Sinnspruch trifft für Madushani Monard, erste Vorsitzende des Vereins Kult-Ur-Dorf, auf den Bau der Neuen Auetal-Schule in Lüder zu.

„Es braucht schon einen gewissen Wahnsinn, Durchhaltevermögen und Mut, um das durchzuziehen. Wir sind aber froh, dass wir das gemacht haben“, sagte sie am Sonnabend bei der Feierstunde in der neuen Schule.

Im Dezember waren 14 Schüler der ersten bis dritten Klassen in das moderne Gebäude eingezogen, jetzt wurde dieses eingeweiht. „Sie haben unglaublichen Mut bewiesen, das zu machen“, lobte der stellvertretende Landrat Jürgen Peter Hallier vor mehr als 100 Gästen das private Schulprojekt. Damit werde die Bildungslandschaft im Kreis Uelzen um ein neues Angebot bereichert.

Es sei wichtig, dass es nach der Schließung der ehemaligen Grundschule im Sommer 2015 nun wieder eine Schule in Lüder gebe, meinte Bürgermeister Jürgen Schulze. Der Gemeinderat und die Verwaltung hätten das Vorhaben von Anfang an unterstützt. „Die Schule trägt zum Dorfleben bei“, freute sich Schulze. „Das ist ein sehr gutes Projekt, das es hier im Landkreis Uelzen nicht gibt.“

Wie berichtet, wird in der Neuen Auetal-Schule jahrgangsgemischt nach der Montessori-Pädagogik unterrichtet. „Wir haben einen anderen Weg, aber zum gleichen Ziel“, sagte Schulleiterin Simone Haase. Nach vier Jahren sollen die Kinder fit sein, um weiterführende Schulen zu besuchen. Natürlich sei die Neue Auetal-Schule vor allem eine Bildungseinrichtung, aber nicht nur das. Die Kinder sollen auch ermutigt werden, „ihre Talente in einem gewissen Maß an Freiheit im Lernen zu entdecken und zu nutzen“, erklärte Haase. „Die Schule soll ein Stück Zuhause in der Bildung sein.“

Das stelle auch keine Konkurrenz zu den staatlichen Schulen dar, sagte Samtgemeindebürgermeister Michael Müller. Er ist überzeugt: „So wie Sie das Projekt angefangen haben, werden Sie es schaffen.“ Denn drei Jahre lang muss sich die Schule ohne öffentliche Zuschüsse tragen, erst danach sind staatliche Gelder möglich.

Mit seinen offenen Zonen, hellen Fluren und Galerien strahle das etwa 400 Quadratmeter große Schulgebäude Wohlfühl-Atmosphäre aus, sagte Architekt Marcel Monard, der den Neubau zusammen mit seiner Frau Carola Gräflich entworfen hat.

Zur Einweihung gab es nun zahlreiche Geschenke. Im Namen der Gemeinde Lüder überreichten Jürgen Schulze, dessen erster Stellvertreter Thomas Lampe und Gemeindedirektor Hendrik Kunitz einen Schaukasten mit drei Chroniken der alten Schule in Lüder. Von Michael Müller gab es einen Geldumschlag. Und die örtliche Natur-Gruppe spendete der Schule und dem benachbarten Tagestreff des Paritätischen einen selbst gefertigten Tisch und Sitzbänke aus Eichenholz.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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