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Ein Netzwerk fürs Alter

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Die Bevölkerung im Landkreis Uelzen wird immer älter. 2030 werden laut Statistischem Landesamt Niedersachsen 34,4 Prozent der Einwohner über 66 Jahre alt sein.
Die Bevölkerung im Landkreis Uelzen wird immer älter. 2030 werden laut Statistischem Landesamt Niedersachsen 34,4 Prozent der Einwohner über 66 Jahre alt sein. © Symbolfoto: dpa

Wieren/Landkreis. Die Bevölkerung im Landkreis Uelzen wird immer älter, im Jahr 2030 sollen laut Statistischem Landesamt Niedersachsen 34,4 Prozent der Einwohner über 66 Jahre alt sein.

Um dem demografischen Wandel zu begegnen, haben sich in vielen Orten die Einwohner zusammengefunden und gemeinschaftlich etwas auf die Beine gestellt – so auch der Verein Wieren 2030 mit seinem Wochenmarkt oder dem Reparaturcafé im Sommerbad. Der Paritätische hat jetzt beim Stammtisch des Vereins sein vom Europäischen Sozialfonds zu 60 Prozent gefördertes Projekt VeLa (Versorgung auf dem Lande) vorgestellt. Das Ziel: der Aufbau eines branchenübergreifenden kreisweiten Netzwerks, um dem demografischen Wandel zu begegnen.

„Eine typische Rentnerin ist etwa 82 Jahre alt, immobil, und der nächste Arzt ist bis zu 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt“, sagt Stefanie Sychla vom Paritätischen. Die typischen Probleme auf dem flachen Land seien folglich fehlende Mobilität, die medizinische Versorgung und die Einkaufsmöglichkeiten. So fehle oft der Bäcker oder der kleine Laden vor Ort. „Solche Probleme können am besten gelöst werden, wenn wir über den Tellerrand schauen“, sagt Sychla. Mit Hilfe der Netzwerke sollen daher konkrete Lösungen angeboten werden. Wie sie etwa Wieren 2030 mit seinem Wochenmarkt für die Nahversorgung schon bietet.

„Wir als Verein arbeiten schon seit langem an Lösungen“, sagt Vorsitzender Jochen Steinhagen. Wichtig sei, dass die ehrenamtlichen Helfer nicht überfordert werden und professionelle Hilfe mit VeLa bekommen könnten. Denn es gelte noch viele Themen anzugehen. „Viele Landärzte bei uns haben bald die Altersgrenze erreicht, da müssen wir Lösungen finden“, so Steinhagen. Dort könnte ein größeres Netzwerk helfen. Schwierigkeiten sehe er in den unterschiedlichen Bedürfnissen der 212 Orte im Landkreis. „Was in Wieren funktioniert, muss nicht unbedingt woanders auch funktionieren“, sagt Steinhagen. Das räumt auch Sychla ein, wichtig sei es aber ein Grundgerüst zu bieten, aus dem sich die Orte bedienen können.

VeLa wird sich laut Sychla vor allem darum bemühen, die vielen Akteure an einen Tisch zu kriegen und eine Analyse zu den Bedürfnissen im Landkreis zu machen. „Langfristig soll dann eine Sozialgenossenschaft gegründet werden, um Aufgaben kreisweit zu bündeln, etwa bei der Mobilität“, sagt sie. Der Vorteil einer Sozialgenossenschaft sei, dass dort Anbieter wie auch Senioren Genossenschaftler werden könnten.

Von Lars Lohmann

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