Unbekannte haben seltene Leberblümchen ausgegraben / BUND ruft zur Rückgabe auf

Naturfrevel im Wald bei Stadensen

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Die seltenen Leberblümchen sind streng geschützt. Nun hat jemand sie gewildert – vermutlich für den eigenen Garten.

bs Stadensen. „Ende März haben sie noch sehr schön geblüht. Das gab Hoffnung auf eine gute Vermehrung. Und nun dies – ausgegraben.“ Jan Willcox vom Vorstand der BUND-Kreisgruppe Uelzen ist entsetzt.

Unbekannte haben in einem Waldstück nahe Stadensen zahlreiche Leberblümchen ausgegraben und mitgenommen – offenbar, um sie im eigenen Garten einzupflanzen.

Seit vielen Jahren beobachtet der BUND die seltene und streng geschützte Pflanze bei Stadensen. „Nur wenige Bestände der Art haben so gut überlebt, dass ihr Fortbestand gesichert sein könnte. Und ausgerechnet eines der besten Vorkommen wurde nun von jemandem ausgegraben“, beklagt Willcox. Das sei ein kaum wieder gutzumachender Schaden. „Und eine Straftat ist es obendrein“, erklärt der Naturschützer.

Wo genau die Leberblümchen gestohlen wurden, will er aus Angst vor Nachahmern nicht verraten. Nun komme es darauf an, sie wiederzubekommen. Daher appelliert Willcox an den Verantwortlichen: „Geben Sie die Pflanzen zurück.“ Um es dem Betreffenden leichter zu machen, sich unerkannt davon zu trennen, bietet Willcox ihm folgenden Weg an: Er kann die Pflanzen beim Rathaus in Wrestedt abstellen, wo der BUND sie dann einsammeln und wieder in die Natur einsetzen wird. „Das kann auch anonym, zum Beispiel nachts, geschehen“, sagt er. In diesem Fall werde der BUND von einer weiteren Strafverfolgung absehen.

Willcox weist darauf hin, dass das Ausgraben heimischer Wildpflanzen grundsätzlich verboten ist. „Jedermann darf von nicht geschützten Pflanzen einen Handstrauß pflücken. Bei geschützten Pflanzen aber gilt: ansehen, sich erfreuen und stehen lassen.“ Für Hinweise dazu ist die BUND-Kreisgruppe unter Telefon (05 81) 1 66 27 zu erreichen.

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