Änderung der Schulbezirkssatzung: Eltern befürchten Überfüllung der KGS Bad Bevensen

Weg nach Clenze verbaut?

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Viele Eltern aus dem Soltendiecker und Suhlendorfer Raum wollen ihre Kinder gern nach der Grundschule in der Kooperative Gesamtschule in Clenze beschulen lassen. Doch durch eine Änderung der Schulbezirkssatzung wäre es nur noch sehr schwer möglich.

Suhlendorf/Wrestedt/Soltendieck. Der Schulelternrat der Mühlenschule Suhlendorf hat sich einstimmig gegen eine Änderung der Schulbezirkssatzung ausgesprochen. Und nicht nur Eltern aus Suhlendorf sehen die Änderung skeptisch, auch aus Soltendieck kommt Kritik.

Mit der Änderung der Schulbezirkssatzung will der Landkreis in erster Linie seine eigenen weiterführenden Schulen stärken. „Die Samtgemeinde Rosche hat die neue Schulbezirkssatzung befürwortet, um die eigenen Standorte zu stärken“, nimmt Rosches Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann Stellung. In der Samtgemeinde Aue steht eine Aussprache noch aus. „Wir werden darüber am 5. Februar in der Sitzung des Samtgemeindeausschusses diskutieren“, sagt Aues Verwaltungschef Harald Benecke.

Die Schulsatzungsänderung sorgt dafür, dass es Schülern erschwert wird, Lehranstalten über die Landkreisgrenzen hinaus besuchen zu dürfen.

Aus dem Soltendiecker Raum besuchen aktuell rund 20 Kinder die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Clenze im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Benecke weiß, dass es innerhalb der Samtgemeinde Aue sowohl in Politik wie auch Verwaltung unterschiedliche Auffassungen gibt. Doch er warnt: „Es muss eine gewisse Planung möglich sein.“ Das sieht auch Rüdiger Erler so. Er ist Schulleiter der Mühlenschule in Suhlendorf und hat mit den Eltern die Stellungnahme erarbeitet. „Es ist schade, dass die Änderung der Schulbezirkssatzung zeitlich übers Knie gebrochen wird“, bedauert der Suhlendorfer. Fast 80 Schüler aus der Samtgemeinde Rosche besuchen nach Erlers Wissen die KGS in Clenze. Nach der neuen Satzung müssten sie allerdings nach Bad Bevensen. In diesem Fall sieht Erler gleich mehrere Probleme: Es ergeben sich nicht nur deutlich längere Fahrzeiten, sondern es besteht die Gefahr der Kappung sozialer Kontakte, wenn Kinder durch ein Losverfahren unterschiedliche Schulstandorte besuchen müssten. „Sollte die KGS in Bad Bevensen übervoll sein, dann muss gelost werden“, so der Mühlenschulleiter. Dann könne es sogar passieren, dass ein Schüler aus Bad Bevensen keinen Platz bekommt, sondern dafür ein Interessent aus Suhlendorf. „Der Landkreis als Schulträger wird Interesse daran haben, dass genau das nicht passiert“, hofft Erler. Zwei Schüler fahren derzeit schon von Suhlendorf nach Bad Bevensen. „Sie fahren über Uelzen“, weiß der Schulleiter.

Ob sie ihre Kinder trotzdem in die KGS nach Clenze bringen dürfen, haben Tanja Arends, Heike Hilmer, Nadine Lauenburg und Gabriele Marxen aus Soltendieck angefragt. „Uns wurde mitgeteilt, dass es lediglich in extremen Einzelfällen eine Ausnahmegenehmigung für den Besuch einer KGS außerhalb des Landkreises geben wird“, schildern die vier Eltern.

Überspitzt könne man feststellen, dass die freie Schulwahl abgeschafft wird, um die Schüler in die Schulen des Landkreises zu zwingen, so ihre Vermutung. Harald Benecke formuliert es als „gebremsten Elternwillen“.

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