Nach Fahrbahnschäden durch Wurzeln: Ausschuss berät über Baumfällung

Müssen Linden in Bollensen weichen?

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Am Rand der Straße „An den Teichen“ in Bollensen wurden bereits zwei Linden gefällt, weil ihre Wurzeln die Fahrbahn beschädigt hatte. Jetzt diskutierte der Fachausschuss darüber, dort weitere Linden zu entfernen. 

Bollensen – Sie stehen in Reih und Glied und säumen den Rand der Straße „An den Teichen“ in Bollensen. Zwar sind die ursprünglich 18 Linden schön anzusehen, doch sie haben durch ihre flachen Wurzeln Teile der Fahrbahn beschädigt.

Deshalb hat die Verwaltung dort zwei Bäume fällen lassen. Jetzt diskutierte der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Wrestedt darüber, weitere Linden zu fällen, um weiteren Straßenschäden vorzubeugen.

„Wir haben dort in Teilbereichen große Probleme an der Fahrbahn“, schildert Bauamtsleiter Alexander Kahlert im AZ-Gespräch. „Bevor noch mehr passiert und wir viel Geld für Straßenreparaturen ausgeben müssen, sollten wir lieber einige Linden fällen.“ Es gehe aber keinesfalls darum, alle Bäume abzuholzen, sondern nur abschnittsweise einzugreifen.

Gepflanzt wurden die Linden in den 1980er-Jahren im Rahmen der Dorferneuerung. Dass die Wahl damals auf diese Baumart fiel, kann Wrestedts aktueller Gemeindebürgermeister Peter Ramünke nicht nachvollziehen. „Man kann doch die Uhr danach stellen, dass Flachwurzler irgendwann mal Schäden verursachen“, sagt er. Und so wurde im Ausschuss nun auch darüber diskutiert, ob nicht Tiefwurzler als Ersatzpflanzung für die Linden in Betracht kommen.

Doch die Sache hat einen Haken: Unterhalb der Straße „An den Teichen“ verläuft die Schmutzwasserkanalisation. „Tiefwurzelnde Bäume könnten dort Probleme verursachen“, warnt der Bauamtsleiter. Zwar seien bislang keine Kanalschäden durch Wurzeln festgestellt worden, „aber das ist nicht auszuschließen.“

Kahlert kann sich vorstellen, an der Straße alternativ Hecken oder Sträucher zu pflanzen, deren Wurzeln nicht bis in die Kanalisation reichen. Einen andere Vorschlag macht Ramünke: Er hat jüngst Urlaub in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gemacht und zwischen Wittstock/Dosse und Neustrelitz japanische Zierkirschen an den Straßenrändern gesehen. Davon war er begeistert. „Sie blühten im hellem und dunklem Rot, es sah genial aus“, schwärmt Ramünke. So etwas kann er sich auch in Bollensen vorstellen. Außerdem sei diese Baumart nicht so groß und verursache nur wenig Laub. „Das wäre auch im Interesse der Anlieger“, meint er.

Der Bau- und Umweltausschuss wollte zu möglichen Fällungen und Ersatzpflanzungen noch keine Beschlussempfehlung abgeben. Stattdessen verwies er dieses Thema zur weiteren Beratung in die Fraktionen. Ohnehin würden die Bäume frühestens im Winter gefällt. „Wir wären nicht glücklich, wenn es so käme“, sagt Ramünke. „Aber wenn es notwendig würde, müssten wir handeln, bevor noch größere Schäden entstehen.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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