Nach geplanter Schließung in Soltendieck stehen weitere Lehranstalten auf dem Prüfstand

Langfristig nur noch zwei Schulen

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Noch ist die Tür offen: Die Grundschule in Soltendieck wird in absehbarer Zeit geschlossen. Wie es in Lüder weitergehen soll, wird Bürgermeister Jürgen Schulze unter anderem am Freitag ab 19 Uhr bei der Dorfrechnung im Gasthaus Grote verkünden.

Samtgemeinde Aue. „Es ist traurig, wenn ein Dorf die Schule verliert“, findet Soltendiecks Bürgermeister Jürgen Wöhling (CDU). Dieser Verlust steht den Soltendieckern nun bevor – es muss eben nur noch geklärt werden, wie und wann die Grundschule aufgelöst wird.

„Schon über ein Jahr hat sich die Politik mit den Eltern kurzgeschlossen“, schildert Wöhling. An einem runden Tisch wurde die Problematik gemeinsam diskutiert.

Schon während der Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde Aue wurde klar, dass Soltendieck vermutlich auf lange Sicht nicht die einzige Schule bleiben wird, die geschlossen wird. „Wir werden langfristig nur noch zwei Grundschulen haben“, sagt Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke mit Blick auf die Schülerzahlen. Lediglich 58 Schüler sind für das Jahr 2018 in der Samtgemeinde prognostiziert. Neben der Grundschule in Soltendieck steht die Lehranstalt in Lüder im Fokus. Zwar kann die Auetalschule bis 2018 Schülerzahlen um die zehn pro Jahrgang aufweisen, aber „die Schulen Soltendieck und Lüder sind im Zuge der Fusion zur Schließung verurteilt“, sagt Andreas Dobslaw, Gruppensprecher der SPD/Dr. Hintze-Gruppe. In seinen Augen müsse jetzt begonnen werden, die Schullandschaft zu ändern – so bedauerlich es auch sei. Er rechnet damit, dass es ab 2016 nur noch vier Klassen in der gesamten Samtgemeinde geben wird – und demzufolge auch nur noch zwei Grundschulen. „Die Schule in Bad Bodenteich soll erhalten werden“, findet Dobslaw. Die andere in Wieren oder Wrestedt. „Die Schule Lüder ist von den dortigen Entscheidern auf die Giftliste gesetzt worden“, erinnert der Sozialdemokrat und wirbt eindringlich dafür, keine emotionale Debatte wider aller Fakten zu führen, denn das gehe zu Ungunsten der Eltern, Schüler und Lehrer. Doch mit einer solchen Debatte rechnet Lüders Bürgermeister Jürgen Schulze (CDU). In Lüder herrsche eine ganz andere Grundeinstellung. So waren einige Eltern aus Lüder überrascht, dass es in Soltendieck so ruhig und sachlich zuging. „Wir stehen nach wie vor hinter unserer Schule“, betont Schulze, weiß aber auch, dass am Ende auf Samtgemeinde-Ebene entschieden wird. In Bezug auf die Giftliste sagt Lüders Bürgermeister, dass Feuerwehren und Schulen ab 2015 gemeinsam ein Einsparvolumen von 125 000 Euro ergeben sollen. Und er sieht ein großes Einsparpotenzial bei den Feuerwehren in der Samtgemeinde.

Ab Mitte März sollen im Bereich der alten Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt Informationsverstaltungen stattfinden, weiß der CDU/WGA-Gruppensprecher Heinz-Hermann Schulze. „Das ist ein sensibles Gebiet. Wir können aber keine Kinder backen“, sagt der Gruppensprecher und erwartet, dass ein Weg ab 2018 aufgezeigt werden müsse. Schulze: „Man erkennt die Situation.“

Von Jörn Nolting

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